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Nachrichten aus Kultur und Medien

Abschied vom "zauberhaften Land"

06.03.2012

Christian Wulff wünscht sich zum großen Zapfenstreich "Over the Rainbow"

Am Donnerstag wird der zurückgetretene Bundespräsident Christian Wulff mit einen so genannten "großen Zapfenstreich" verabschiedet. Bei diesem Staatsritual marschieren Soldaten der Bundeswehr auf und spielen Musikwünsche von Politikern. Bei Karl-Theodor von und zu Guttenberg war dies unter anderem Smoke on the Water von Deep Purple, das in dem ungewohnten Arrangement gewisse Industrial-Qualitäten entwickelte.

Nun ist die Liste bekannt geworden, die Christian Wulff vom Stabsmusikkorps für seine Abschiedsvorstellung hören möchte. Das bekannteste Stück darunter ist Over the Rainbow aus dem Judy-Garland-Film The Wizard of Oz, der in der deutschen Synchronfassung Das zauberhafte Land heißt. Die anderen drei Titel sind Beethovens Ode an die Freude, der traditionell beim Zapfenstreich gespielte Alexandermarsch von Andreas Leonhardt und das Kirchenlied Da berühren sich Himmel und Erde von Christoph Lehmann. Das ist insofern ungewöhnlich, als sich Bundespräsidenten bei ihrer Verabschiedung traditionell nur drei Titel wünschen dürfen. Einen fünften Titel, den Wulff hören wollte, verweigerte das Stabsmusikkorps angeblich mit Verweis auf die Unmöglichkeit, ihn mit Trompeten zu spielen. Bei dem Stück soll es sich um Ebony and Ivory von Paul McCartney und Stevie Wonder gehandelt haben.

In Foren, auf Facebook und bei Twitter machen Bundesbürger massenhaft eigene Vorschläge für ihrer Ansicht nach passendere Stücke zu Wulffs Verabschiedung: Zum Beispiel Money von Barrett Strong, Money von John Kander und Fred Ebb, Money von Laura Nyro, Money von KMFDM, Money von Michael Jackson, Money von Pink Floyd, Money von den Human League, Money von den Lovin' Spoonful, Money von Suede, Money, Money, Money von ABBA, For the Love of Money von den O'Jays, Money für Nothing von den Dire Straits und Holiday von Madonna.

Der vor Ort anwesende Zuhörerkreis könnte bei Wulffs Verabschiedungen kleiner sein als bei der von anderen Bundespräsidenten. Neben den vier noch lebenden Amtsvorgängern Walter Scheel, Richard von Weizsäcker, Roman Herzog und Horst Köhler sagten nämlich zahlreiche andere Politiker und Prominente ab, darunter Wulffs-Ministerpräsidenten-Nachfolger David McAllister und SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier. Auch die Grünen-Fraktionsvorsitzende Renate Künast wollte absagen, stellte dann aber nach eigenen Angaben fest, dass sie gar nicht eingeladen war. Dafür sehen sich möglicherweise mehr Zuschauer die ab 19 Uhr laufenden Fernsehbertragungen des Zapfenstreichs bei ARD, Phoenix, N24 und N-TV an.

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