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Ärger um Ryanair in Griechenland

"Wir haben einen Job für Sie - zahlen Sie bitte an der Kasse!"

Der irische Billigflieger Ryanair baut sein Geschäft in Griechenland aus. Künftig sollen Inlandsflüge angeboten werden. Selbst die happigen Gebühren des Großflughafens Athen scheinen Ryanair nicht zu schocken. Die Landegebühren am privatisierten Eleftherios Venizelos Flughafen zählen laut Auskunft griechischer Tourismusunternehmer zu den teuersten der Welt. Gespart wird trotzdem - an anderer Stelle.

Die Freude bei den Griechen, die unter knapp dreißig Prozent Arbeitslosigkeit leiden, währte nur kurz. Bis zu 2.800 Arbeitsplätze versprach das Investment der Firma ihnen. Die einheimische Politik feierte deshalb im Vorfeld bereits eine erneute "Success Story" auf dem Arbeitsmarkt. Die 2.800 Arbeitsplätze erwiesen sich schnell als Zukunftsvision für die nächste Dekade. Die wirkliche Ernüchterung kam, als die Umstände der Einstellung von Kandidaten bekannt wurden.

Um bei Ryanair zu landen, müssen die Kandidaten zunächst 500 Euro locker machen. Dies ist die Einschreibgebühr für die Ausbildung zum Flugbegleiter. Danach ist die Bezahlung der Unterbringung im Schulungszentrum zu bezahlen, somit sind weitere 700 Euro fällig. Eine Rückerstattung dieser Beträge erfolgt auch dann nicht, wenn der Kandidat bereits am ersten Tag von seiner Bewerbung zurücktritt. Schließlich werden dem Kandidaten die Ausbildungsgebühren zwischen 1.749 und 2.349 Euro auf das Schuldkonto des Anwärters eingetragen.

Eine Übernahmegarantie nach der Ausbildung gibt es ebenso wenig wie eine Information über die Höhe des zu erwartenden Gehalts. Dies liege höher als die ortsüblichen Löhne, ist die einzige in Erfahrung zu bringende Information. Der in Griechenland gesetzlich bestimmte Mindestlohn, der in der Regel auch als maximales Gehalt bezahlt wird, liegt zwischen knapp 500 Euro für unter Fünfundzwanzigjährige und 600 Euro für die übrigen Altersklassen. Verständlich, dass den Griechen die Forderung von mehr als 3.000 Euro für eine Arbeitsplatzbewerbung extrem teuer erschien. Die Gewerkschaften schalteten sich ein.

Ryanair selbst wiegelt ab. Die Forderungen würden nicht von der Fluglinie erhoben, wurde verlautet. Ryanair selbst hat juristisch mit der Sache nichts zu tun. Für das Personal ist die Gesellschaft Crewlink verantwortlich, die ihrerseits zu einem der fünf von Ryanair bevorzugten Personalanbietern zählt. "Wir wollen lediglich fertig ausgebildetes Personal und mindestens einen griechisch sprechenden Flugbegleiter pro Flug haben", erklärte der Fluganbieter gegenüber der griechischen Presse.

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