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Antiamerikanische Verschwörungstheorie in der CSU

26.09.2009

Der ehemalige bayerische Ministerpräsident Beckstein glaubt, dass Counter Strike "von der US-Army entwickelt [wurde], um die Gewaltschwelle bei den Soldaten herabzusetzen"

Auf einer Wahlkampfveranstaltung meinte der ehemalige bayerische Ministerpräsident Günter Beckstein einem Bericht der Nürnberger Nachrichten zufolge, dass "das Spiel Counter-Strike von der US-Army entwickelt [wurde], um die Gewaltschwelle bei den Soldaten herabzusetzen." "Derartige Spiele", so der CSU-Politiker "gehören nicht nur zensiert, sondern verboten!"

Damit gab sich Beckstein als Anhänger einer im so genannten Kölner Aufruf propagierten Verschwörungstheorie zu erkennen. Wörtlich heißt es in dem Papier:

Killerspiele entstammen den professionellen Trainingsprogrammen der US-Armee, mit denen Schusstechnik, Zielgenauigkeit und direktes Reagieren auf auftauchende Gegner trainiert werden. Die Soldaten werden desensibilisiert und fürs Töten konditioniert, die Tötungshemmung wird abgebaut. Genauso werden durch Killerspiele Kindern und Jugendlichen Spezialkenntnisse über Waffen und militärische Taktik vermittelt […].

Das Wissen um diese angeblichen Tatsachen, so die Unterzeichner (die ein Verbot von Spielen wie Counter-Strike, Doom 3, Call of Duty, Halo 3, Crysis und Grand Theft Auto auch für Erwachsene fordern), würde von einem "militärisch-industriell-medialen Komplex" verschleiert. Allerdings ist die Verschwörungstheorie gerade im Fall des von Beckstein explizit genannten Counter-Strike recht leicht zu widerlegen: Die Half-Life-Modifikation wurde nicht von einem Konzern, sondern von Spielern selbst entwickelt.

Den Zorn dieser Bevölkerungsgruppe hatte sich Beckstein bereits 2006 zugezogen, als er vorschlug "Killerspiele" rechtlich mit Kinderpornografie gleichzustellen. Unter anderem diese Forderung führte zur Kampagne Ich wähle keine Spielekiller, die 2008 dazu beitrug, dass der Franke seinen Hut als Ministerpräsident nehmen musste. Seine Positionen vertritt seitdem unter anderem Joachim Herrmann, der als bayerischer Innenminister weiter an Verbotsverschärfungen arbeitet.

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