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Asyl für Dissident Edja Snodow wird um drei Jahre verlängert

07.08.2014

Westliche Politiker verurteilen russischen Überwachungsstaat - eine Satire

Washington. Wie soeben bekannt gegeben wurde, verlängern die USA das Asyl für den russischen Dissidenten Edja Snodow um weitere drei Jahre. Snodow, ein ehemaliger Agent der russischen Geheimdienste FSB und SWR, war letztes Jahr in die USA geflohen, um vor den skrupellosen Machenschaften des russischen Staates zu warnen.

Snodow verriet dem Westen, dass der russische Staat seine Bürger sowie die seiner Verbündeten lückenlos elektronisch überwache. So speichere der Staat sowohl harmlose als auch privateste Kommunikation systematisch und gebe seinen Agenten mächtige Werkzeuge zur Auswertung in die Hand. Sogar das Verhalten von Menschen in populären Computerspielen wie „War of Worldcraft“ oder „Angry Birds“ werde ausspioniert. Selbst Kameras und Mikrofone von Handys und Notebooks könnten heimlich aktiviert werden.

US-Präsident Barack Obama nannte das Verhalten Moskaus einen Angriff auf die Menschenwürde. Nur ein totalitärer Staat würde seinen Bürgern derart massiv misstrauen. Die USA hingegen seien die Mutternationen der Bürgerrechte und träten entschieden für die Freiheit ein. Überwachte Menschen hingegen seien nicht frei. Selbst George Orwell hätte sich eine so feinmaschige Überwachung in seinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können, so Obama. Das amerikanische Volk werde nie verstehen, warum ein Staat die eigenen Leute ausspioniere.

Noch schärfer äußerte sich Außenminister John Kerry, der Russland als „Reich des Bösen“ bezeichnete. Die Weltgemeinschaft könne es nicht hinnehmen, dass der russische Geheimdienst SWR aufgrund der ausspionierten Daten weltweit fliegende Tötungsroboter entsende, um angebliche Dissidenten tausendfach hinterrücks zu liquidieren. Das Menschenrecht auf einen fairen Prozess, wie es die US-Verfassung bereits seit Jahrhunderten garantiere, dürfe nicht länger missachtet werde, die Grenzen souveräner Staaten seien zu respektieren. Staatlich angeordnete Tötungen auf fremdem Staatsgebiet seien ein inakzeptabler Affront gegen jegliche Kultur und Menschlichkeit.

Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßte die Verlängerung des Asyls für Snodow ausdrücklich. Auch sie selbst hätte früher in einem Unrechtsstaat gelebt, der seine Bürger auf Schritt und Tritt belauscht habe. Insbesondere am Telefon habe sie sich stets genau überlegen müssen, was sie sage. So etwas dürfe sich nie wiederholen. Die Bundesrepublik werde daher jedem Unterstützung gewähren, der sich mit Zivilcourage einem solch menschenverachtenden Regime in den Weg stelle. Hierzu seien alle Deutschen schon aufgrund der bitteren Lehren deutscher Geschichte verpflichtet.

Auf dem New Yorker Times Square wird diese Woche eine überdimensionale Snodow-Staue enthüllt werden, um den prominenten Ex-Agenten zu ehren. Der patriotische Filmproduzent Jerry Bruckheimer hat für kommendes Jahr einen Blockbuster über Snodow mit Tom Cruise in der Hauptrolle angekündigt. Einer repräsentativen Umfrage zufolge ist Snodow der derzeit beliebteste Mann in den USA.

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