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Nachrichten aus der Wissenschaft

"Atacama-Alien" ist missgebildeter Homo Sapiens

10.05.2013

Die DNS der 15 Zentimeter großen Mumie weicht nicht signifikant von der normaler Menschen ab

2003 wurde in der chilenischen Atacamawüste eine Mumie gefunden, die stark an die Darstellungen von Aliens erinnert, wie sie seit den späten 1970er Jahren das Bild von Außerirdischen in der populären Kultur bestimmen. Ein Team um den Stanford-Genetiker Gary Nolan hat die Mumie nun genau untersucht und herausgefunden, dass sie vor ihrem Ableben kein Außerirdischer, sondern ein Mensch war. Allerdings einer mit vielen Missbildungen wie einen im Verhältnis zum Rest des Körpers stark überdimensionierten Kopf, der eine deutlich ovalere Form aufweist als der des Standard-Homo-Sapiens. Auch Stirn- und Augenpartie sind sehr fremdartig geformt und statt zwölf Rippen hat die Mumie nur zehn.

Die etwa 500 Millionen DNS-Merkmale, die Nolan untersuchte, weisen aber eine 91-prozentige Übereinstimmung mit normalem menschlichen Erbgut auf. Der dabei festgestellte Haplotyp entspricht überdies genau dem, der an der Westküste Südamerikas verbreitet ist. Die restlichen neun Prozent der DNS sollen noch einer genaueren Analyse unterzogen werden, liegen nach Angaben der Wissenschaftler aber innerhalb der regulären Fehlertoleranz bei solchen Untersuchungen. Auch die Möglichkeit, dass "Ata" – anders als normale Menschen – über ein zusätzliches 24. Chromosom verfügte, hält Nolan angesichts des Gesamtergebnisses für wenig wahrscheinlich.

Anders als Anfangs vermutet ist die Mumie nicht präkolumbianisch, sondern starb wahrscheinlich erst vor wenigen Jahrzehnten. Unklar bleibt, wie lange der missgebildete Mensch nach seiner Geburt lebte: Die mit 15 Zentimetern recht geringe Körpergröße weist auf eine Totgeburt oder auf ein Ableben unmittelbar nach dem Ausstoß aus dem Mutterleib hin, während die Knochendichte in Teilen der Knie und einige andere Merkmale nahe legen, dass der Atacama-"Alien" sechs bis acht Jahre gelebt haben könnte. Näheres dazu will man nun mit einer weiteren Untersuchung des Knochenmarks herausfinden.

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Stanislaw Lem war einer der bekanntesten SF-Autoren, der lange vor seinem Tod der Literatur abgeschworen hatte und sich essayistisch mit unserer Zukunft auseinandersetzte.

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