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Aufschrei-Kritikerin löscht nach Drohungen Blog [2. Update]

30.08.2013

Piratenpartei diskutiert über "om13gate"

Eine 19-jährige Kritikerin der #Aufschrei-Kampagne hat ihr Blog gelöscht, nachdem sie als Reaktion auf ihre teilweise scharfen Kommentare zu "radikalisierten Ideologien" in einem Vortrag der Piratin Jasna Strick (die Literaturwissenschaft mit Schwerpunkt Gender Studies studiert) als "Haterin" angegriffen wurde. Der auf Video aufgenommene und online gestellte Vortrag hatte offenbar Reaktionen zur Folge, die den Vater der 19-Jährigen dazu brachten, sich einzuschalten. Wegen der "massiven Drohungen", so der Kieler, werde sich seine Tochter in Zukunft zur #Aufschrei-Kampagne und zur Piratenpartei "nicht mehr kritisch […] äußern". Und er fügt offenbar sarkastisch an: "Es ist ein echter 'Gewinn' für die Meinungsfreiheit in diesem Land, wenn junge Menschen aus Angst vor einem Pranger und öffentlicher Scham nicht mehr sprechen!"

Dieses Ereignis und ein Hin und Her um eine Sperre von Stricks Vortragsvideo führten unter dem Hashtag #om13gate und in Foren zu heftigen Diskussionen. Update: Ein angebliches Debattenverbot, das unter dem Namen von Piratenparteichef Bernd Schlömer getwittert wurde, entpuppte sich allerdings als Satire. Darin hatte es geheißen: "Die Blogposts und Tweets zu #om13gate sind ab jetzt zu unterlassen. Sie stören ganz massiv unseren Wahlkampf. Wer sich weiterhin zu #om13gate äußert ist deshalb ganz eindeutig Schuld an einer potentiellen Wahlniederlage."

Vorher hatten sich unter anderem Boris Turovskiy ‏und Benjamin Siggel entschieden gegen Personen in der Piratenpartei ausgesprochen, für die der Zweck jedes Mittel heiligt. Siggel kritisierte in diesem Zusammenhang, dass gerade jener Berliner "Dunstkreis" gegen die Sperre des Videos wettert, "der sonst 'Meinungsfreiheit' als Schimpfwort nutzt". Zahlreichen Beobachtern fiel außerdem auf, dass die von der 19-Jährigen teilweise benutzte unflätige Ausdrucksweise durchaus mit jener vergleichbar ist, die "Touretten" aus der Genderszene benutzen, ohne dass man ihnen deshalb "Hate Speech" vorwerfen würde.

2. Update: Der Blogger Malte Welding behauptet mittlerweile, hinter der Online-Identität der 19-Jährigen habe eine PR-Agentur gesteckt, die ihm dies angeblich in einer Mail bestätigte. Den Namen dieser Firma will er jedoch nicht offenbaren.

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