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Nachrichten aus Kultur und Medien

BR-Space Night koppelt GEMA-Modul ab

19.02.2013

Ferengi müssen Space Station räumen

Bereits vor knapp einem Monat zeichnete sich ab, dass BR Alpha das beliebte Format Space Night mit GEMA-freier Musik fortsetzen wird. Das an die Ferengi erinnernde Verhandlungsgebaren der GEMA hatte nach BR-Angaben die Produktionskosten erhöht. Tapfere Raumfahrer teilten jedoch geistesgegenwärtig mit den BR-Verantwortlichen ihr Wissen um den Empfang von im erdnahen Kosmos verfügbarer Creative Commons-Musik. Stilistisch dürfte sich wenig ändern, da zur Untermalung der Weltraum-Ästhetik ohnehin häufig nahezu unbekannte Werke verwandt wurden.

Wie heute nun endgültig bekannt wurde, koppelt die öffentlich-rechtliche Space Station nunmehr das GEMA-Modul ab, um es samt enthaltener Tonträger und Kostenfallen in der Atmosphäre verglühen zu lassen. Nicht nur beim Start neuer Folgen wird entsprechender Ballast eingespart, auch bereits ausgestrahlte Folgen werden mit CC-Musik neu vertont. Damit dringt die BR Space Night in Räume vor, in der ihr die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) mit ihren erdgebundenen Dienstwagen nicht zu folgen vermag.

Das Nachsehen haben einmal mehr die GEMA-Künstler, die künftig sowohl auf BR-Tantiemen, als auch auf eine überirdische Präsentationsplattform verzichten müssen. Auch zum Hyperraum von YouTube haben GEMA-Künstler vorläufig keinen Zugang, sofern ihre Musik nicht durch die Filter schlüpft. Aktuell werden aufgrund des festgefahrenen Streits zwischen der GEMA und YouTube die deutschen Konsumenten von 60% der dort vorgehaltenen Kulturgüter ausgeschlossen, so etwa vom letztes Jahr galaktisch durchgestarteten Video zu "Gangnam Style". Erst wenn die letzte TV-Sendung GEMA-frei ist, wenn das letzte YouTube-Video gesperrt ist, wenn die letzte Disco mit CC-Musik läuft, wenn der letzte Konsument abgemahnt wurde, werden GEMA-Künstler merken, dass man Urheberrechte nicht essen kann.

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