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BRICS: Unterstützung für Putin

24.03.2014

Brasilien, Indien, China und Südafrika protestieren gegen Australiens Vorschlag, Putin vom G-20-.Treffen auszuschließen

Die NATO-Staaten gerieren sich in der Auseinandersetzung mit Russland mal wieder als das Weltgewissen, aber außerhalb Nordamerikas und Eurasiens westlichster Ecke sieht die Welt ein wenig anders aus. Brasilien, Indien, China und Südafrika, die mit Russland die BRICS-Allianz bilden, haben sich am Montag ausdrücklich dagegen ausgesprochen, Russlands Präsidenten Vladimir Putin vom G-20-Gipfel auszuschließen, der sich im November im australischen Brisbane treffen soll. Australiens Außenministerin Julie Bishop hatte zuvor geäußert, gegen Putin könnte ein Einreiseverbot verhängt werden. Die Außenminister der BRICS-Staaten, die sich am Rande eines Treffens über atomare Sicherheit in Den Haag trafen, haben dagegen protestiert und darauf hingewiesen, dass Australien darüber nicht alleine entscheiden könne.

China hat sich derweil zwar im UN-Sicherheitsrat bei der Abstimmung über die Krim-Resolution förmlich neutral verhalten. Allerdings ist Beijing (Peking) offenbar bemüht, Russland zu unterstützen, ohne zugleich den Westen allzu sehr zu entfremden. Putin hat sich jedenfalls in seiner – lesenswerten – Rede vor den beiden Häusern des russischen Parlaments anlässlich der Aufnahme der Krim ausdrücklich bei China bedankt. Kein anderes Land wurde von ihm entsprechend erwähnt.

Indiens Regierung geht sogar noch einen Schritt weiter als die chinesischen Nachbarn, indem es von "legitimen russischen Interessen" in der Ukraine spricht. Das Land war ein De-facto-Verbündeter der Sowjetunion und unterhält weiter enge Beziehungen zur Russischen Föderation. Ein Kommentator des indischen Nachrichtenportals First Post weist darauf hin, dass Indien ohne die sowjetische Hilfe kaum 1971 den Krieg gegen Pakistan hätte gewinnen können, der zur Unabhängigkeit Bangladeschs führte. Auch in anderen Fällen habe Russland Indien beigestanden und vor internationaler Isolation bewahrt.

Nun sei es Zeit, dass Indien Russland helfe. Das lange Schweigen seiner Regierung sei daher keinesfalls als Unterstützung der "Zusammenrottung der westlichen Nationen gegen Russland" zu verstehen. Sollten die Sanktionen verschärft werden, so werde Indien zu Russland stehen. Ansonsten sei der Handel zwischen Indien und der Ukraine zwar vernachlässigbar, aber es gebe dennoch zahlreiche Abkommen zwischen den beiden Ländern. Das habe vor allem mit der Rolle zu tun, die die Ukraine für Russland spielt. Ein Hinweis darauf, dass Indien diese Verbindungen gegebenenfalls in Frage stellen könnte.

Die BRICS-Länder repräsentieren 42 Prozent der Weltbevölkerung und ein Viertel der globalen Wirtschaftsleistung. Die russische Regierung hat bereits angekündigt, die Handelsbeziehungen mit diesen Partnern im Falle von Sanktionen der NATO-Staaten weiter auszubauen. The Voice of Russia weist darauf hin, dass die BRICS-Staaten gemeinsam die Eskalation in Syrien verhindert hätten. BRICS habe für die russische Außenpolitik Priorität.


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