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Beck mag kein Feed Back

22.02.2016

Grüne Marieluise Beck will Fernsehkritikerin Geheimdienst schicken

Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkhäuser fordern stets das sehr verehrte Publikum zu Feed Back auf, neulich wollte sich etwa die ARD sogar ausdrücklich checken lassen. Das tut seit einiger Zeit ein Verein, der sich Ständige Publikumskonferenz nennt und sich etwa über die Qualität der Nachrichten Luft macht, die wir für unsere Haushaltsabgabe bekommen. Ab und an macht der Verein von seinem Recht Gebrauch, Programmbeschwerden einzureichen. Die von den Parteien kontrollierten Rundfunkräte, in denen im Falle des ZDF sogar mal ein amtierender Verteidigungsminister saß, wischen diese Beschwerden mit Regelmäßigkeit beiseite.

Nun will die Berufspolitikerin Marieluise Beck (Bündnis 90/Die Grünen) die Ständige Publikumskonferenz vom Verfassungsschutz bespitzeln lassen. Dem Deutschlandfunk sagte sie:

"Was noch nicht belegt ist und wo ich hoffe, dass der Verfassungsschutz endlich nachhakt, ist die Frage, wer die ominöse "Maren Müllers ständige Publikumskonferenz" ist, die jede Redaktion bombardiert mit Briefen, Protestbriefen, und so systematisch zu einer gewissen Einschüchterung sogar in den Öffentlich-Rechtlichen führt."

Wie tief müssen eigentlich die Grünen, die einst Geheimdienste abschaffen wollten, gesunken sein, dass sie einer Leipziger Fernseguckerin die Spione auf den Hals hetzen wollen? Und was müssen das wohl für mimosenhafte Journalisten und unsouveräne Redakteure sein, die sich von abgewiesenen Rundfunkbeschwerden von Privatleuten einschüchtern lassen? Geht's noch? Wird Frau Beck demnächst die Grüne Jugend dazu auffordern, wie einst die FDJ den Leuten aufs Dach zu steigen, um den Bürgern die Fernsehantennen in die favorisierte Richtung zu verdrehen?

Das Bundesverfassungsgericht hatte einst eine pluralistische Medienlandschaft gefordert, um einer erneuten Gleichschaltung des Rundfunks wie im Dritten Reich entgegenzuwirken. Das Idealbild ist demnach eine möglichst große Vielfalt an Meinungsangeboten. Daher ist es verfassungsrechtlich ausdrücklich erwünscht, dass das Spektrum der Anbieter möglichst breit ausfällt. Dies war seinerzeit das Argument, mit dem uns das Bundesverfassungsgericht einst dazu zwang, etwa auch das ZDF als Ergänzung zu den ARD-Anstalten mitzufinanzieren.

Wenn jemand die Ansicht vertritt, dass in der deutschen Medienlandschaft einseitig berichtet wird, dann soll er halt einen eigenen Sender aufmachen oder sich einen solchen Sender ansehen, und dann kann sich das sehr verehrte Publikum selbst eine Meinung bilden, wem es mehr Glauben schenken will. Man kann von RTDeutsch halten, was man will - auch nach über einem Jahr ist dem vom russischen Staat finanzierten Sender noch keine solch fette Ente zugelaufen wie im gleichen Zeitraum den mit einem dramatisch höheren Budget ausgestatteten öffentlich-rechtlichen Sendern.

Wenn der Verfassungsschutz in Sachsen in diesen Tagen keine sinnvolleren Ziele finden sollte, dann wäre doch eine Grüne, welche die verfassungsrechtliche Medienlandschaft und Meinungsfreiheit nicht respektiert, ein lohnendes Observationsobjekt. Eine Beobachtung von Beck könnte auch Aufschluss über den Einfluss fremder ausländischer Mächte geben, denn die grüne Politikerin lässt sich gerne von US-Fracking- und Rüstungs-Konzernen hofieren. Darüber zu berichten wäre doch vielleicht auch ein interessantes Thema für ARD und ZDF ...?

Nachtrag: Die furchteinflößende Maren Müller bei fernsehkritik.tv.

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