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Bessere Mathenoten durch getrennte Tische

14.01.2014

Grüne NRW-Schulministerin fordert "Auseinandersetzung" nach Geschlecht

Sechs Jahrzehnte nach Einführung der Koedukation möchte NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Bündnis90/Die Grünen) punktuell die Schultische nach Geschlechtern trennen. Gegenüber RP-Online berief sich Löhrmann auf die jüngste PISA-Studie, der zufolge Schülerinnen gegenüber Schülern im Fach Mathematik ein halbes Jahr zurücklägen. Eine Erklärung sieht sie in geringerem Selbstvertrauen von Mädchen in ihre mathematischen Fähigkeiten, das durch räumlichen Abstand von Jungs gestärkt werden soll.

Ob es tatsächlich pädagogischen Bedarf zu derartig geschlechtsspezifischer Feinjustierung gibt, erscheint insoweit fraglich, als dass Schülerinnen im Durchschnitt bessere Leistungen erzielen und häufiger das Abitur ablegen. Nachdem man vor einem Jahrzehnt einen „Girls Day“ eingeführt hatte, um junge Frauen für naturwissenschaftliche Berufe zu begeistern, hat man inzwischen mit einem „Girls-and-Boys-Day“ nachgezogen. Warum die Konkurrenz von Jungs speziell in Mathematik schädlich sein soll, und ob demotivierte Jungs nicht umgekehrt vor den frustrierenden Begabungen der Mädchen geschützt werden müssen, blieb unklar.

Löhrmanns Befürchtung geringerer mathematischer Leistungen bei Frauen könnte von ihrer grünen Kabinettskollegin Barbara Steffens geprägt worden sein. So verwendet sich die NRW-Gesundheitsministerin für Homöopathie, was ihre Fähigkeiten für Naturwissenschaften und Mathematik infrage stellt. Homöopathie ist jedoch nicht nur Diagnose für Lernschwäche, sondern bietet praktischerweise auch entsprechende Therapie. Verglichen mit homöopathischer Verdünnung wirkt geringere Dosierung männlicher Aura zur Förderung der Rechenkunst durchaus erfolgsversprechend.

Tatsächlich dürfte Löhrmann weniger mathematisch als mit der Zustimmung bei an Gleichstellung durch Symbolpolitik interessierter Wählerschaft gerechnet haben, bei der die Grünen ins Hintertreffen geraten sind. So besetzte jüngst die Union etliche Bundespositionen mit fachfremden Frauen, etwa das Amt der Datenschutzbeauftragten mit Andrea Voßhoff und das der Drogenbeauftragten mit Marlene Mortler, die beide bislang nicht (positiv) mit diesen Themen aufgefallen waren. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen begeisterte jüngst mit ihrer Initiative für familienfreundliches Kriegführen. Aus den USA könnte etwa der ohnehin in Deutschland gelegene Arbeitsplatz als Drohnenschützin importiert werden, die per Joystick tötet und anschließend ihr Kind aus der Kita holt.

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