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Neben der Spur
Taglinger klickt neben der Spur

Böse Bildchen in Zahlen

07.01.2015

Facebook ist für merkwürdige Bildzensur bekannt. Ein Kunstprojekt zeigt unfreiwillig, wie man die umgehen könnte

Menschen müssen im Internet geschützt werden. Es gibt Bilder, die sind nicht für alle erträglich. Dazu gehören die von digital halbiert dargestellten Frauen, Frauen mit nackten Ellenbogen in Badewannen und sicher auch die von stillenden Müttern. Wer das nicht glaubt, der möge hier nachschauen. Aber bitte nur dann, wenn ausreichend Nervenstärke vorhanden ist. Den Rest von uns, und eigentlich alle Menschen, schützt ansonsten die Firma von Herrn Zuckerberg. Facebook hat diese 12 Bilder auf dem eigenen Dienst zensiert. Gut, das Kind mit dem Geburtsfehler ist sicher ein schwerer Anblick. Schwerer vielleicht als das Foto mit den beiden an einen Bretterzaun pinkelnden Knaben.

Dazu mag man stehen, wie man will, und man mag vielleicht auch nicht jedes Foto auf seiner Timeline auftauchen sehen. Immerhin ist Facebook so frei und gibt sich eigene Regeln, was zu sehen sein darf und was nicht. Das kann schon merkwürdige Dinge erzeugen. Zum Beispiel soll Kamelklauen nicht gerne gesehen sein. Zerschmetterte Köpfe aber schon. Man halte sich bei sexuellen Inhalten an die PG-13 Guidelines. Was also auch in den USA im Kino zu sehen wäre - für Erwachsene wohlgemerkt -, das könnte hier schon nicht mehr auftauchen.

Wie gesagt: Das Internet hat bekanntlich wenig sexuellen Inhalt zu bieten. Man mag zu solch sehr harten Regeln bei Facebook stehen, wie man will. Aber im Notfall ginge noch das Folgende, solche Bilder soweit zu codieren, dass sie nur ein geneigter Nutzer als solche wirklich wahrnehmen könnte. Der unbedarfte aber nicht, und schon gar nicht der Zensor.

Ein japanischer Künstler namens Yousuke Ozawa hat sich eher auf Einsen und Nullen verlegt. Er digitalisiert berühmte Gemälde im wahrsten Sinne des Wortes und lässt nur die Ziffern des Codes als Bild erscheinen. So finden sich in seinem Zahlengewirr zum Beispiel eine Umsetzung des Schreis von Munch oder die berühmte Liberté, die der französischen Revolution bei Delacroix voranschreitet.

Das findet sich bei ihm, bei Facebook dürften diese Bilder streng genommen nicht zu sehen sein. Die junge Damen mit der französischen Fahne in der Hand ist halb nackt und hat zumindest wenig Kleidung auf den Brüsten zu bieten. Und der Schrei von Munch fällt mehr unter die Rubrik "violent language".

Die ist natürlich auch verboten auf der Plattform.

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Stanislaw Lem war einer der bekanntesten SF-Autoren, der lange vor seinem Tod der Literatur abgeschworen hatte und sich essayistisch mit unserer Zukunft auseinandersetzte.

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