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Bombay-Terrorverdächtiger arbeitete für die amerikanische Anti-Drogen-Behörde

26.12.2009

Indische Ermittler untersuchen mögliche weitere Verbindungen David Headleys zu Geheimdiensten

Einer der Hauptverdächtigen im Fall der Terroranschläge in der indischen Filmmetropole Bombay ist David Coleman Headley, der Sohn einer amerikanischen Mutter und eines pakistanischen Diplomaten. 1998 wurde er in New York wegen Heroinschmuggels festgenommen aber bald darauf wieder freigelassen. Danach sollte er als Undercover-Agent für die amerikanische Anti-Drogen-Behörde DEA pakistanische Schmugglernetzwerke infiltrieren, schloss sich aber angeblich der islamistischen Laschkar e-Taiba ("Armee der Reinen") an, die für die Terroranschläge verantwortlich gemacht wird.

Headley, der bis 2006 Daood Sayed Gilani hieß, hielt sich bis zwei Wochen vor den Anschlägen mehrere Monate in Bombay auf und soll dort sein westliches Äußeres und seinen neuen Namen dazu genutzt haben, potenzielle Ziele auszukundschaften. Im Oktober wurde er in Chicago festgenommen und im Dezember wegen der Vorbereitung der Anschläge angeklagt. Der Chicago Tribune zufolge wollte er vor seiner Festnahme nach Dänemark und dort Gebäude der Jyllands-Posten besichtigen – jener Zeitung die 2005 die Mohammed-Karrikaturen veröffentlichte.

Die indischen Behörden verlangen Headleys Auslieferung. Ein Anliegen, dem die USA bisher noch nicht nachkamen. Auch eine Vernehmung durch indische Ermittler in den USA war bisher noch nicht möglich. Nun gab der indische Innenminister bekannt, dass geprüft wird, ob der Amerikaner möglicherweise auch für die CIA arbeitete, was die nach Ansicht der indischen Ermittler unzureichende US-Informationspolitik erklären würde. CIA-Mediensprecher Paul Gimigliano wies solche Spekulationen allerdings als "flat-out false" und "complete and utter nonsense" zurück.

Bei den Terroranschlägen in Bombay waren Ende November 2008 mehr als 160 Menschen getötet worden. Dabei waren die Angreifer nach einem von der indischen Regierung zusammengestellten und von der Zeitung The Hindu veröffentlichten Dossier nicht nur in Pakistan ausgebildet, sondern von dort aus noch während der Anschläge per Mobiltelefon und Blackberry gesteuert worden. Auf diesem Wege sollen unter anderem Befehle zum Töten der gefangenen Frauen im Oberoi-Hotel ergangen sein. Weil davon Mitschnitte existieren, fordern die indischen Ermittler auch Kopien von FBI-Aufzeichnungen, die Headley mit pakistanischen Verbindungsleuten führte. Mit diesen wollen sie Stimmvergleiche durchführen und so mehr über die Identitäten der Hintermänner erfahren.

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