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CIA friert Killern die Konten ein - den eigenen

24.11.2015

Ex-CIA-Chef fordert für Whistleblower sadistische Todesstrafe

Der amerikanische Geheimdienst ist kein Arbeitgeber, den man einfach so verlassen kann - jedenfalls dann nicht, wenn man nicht das Gesetz des Schweigens ehrt. Whistleblower etwa haben in einer Branche, die ironischerweise selbst auf Verrat gründet, einen schweren Stand.

Wie die bekannte Whistleblower-Anwältin Jesselyn Raddack via Twitter berichtet, wurden vier ehemaligen US-Drohnenpiloten die Konten eingefroren. Neben Brandon Bryant waren drei weitere Drohnenpiloten an die Öffentlichkeit gegangen und versuchen, die Öffentlichkeit für die fliegenden Tötungsroboter zu sensibilisieren. Bryant hatte insbesondere die Bedeutung des US-Luftwaffenstützpunkts Ramstein Airbase als Relaisstation für das Drohnenprogramm hervorgehoben.

Der heute 29jährige Bryant war nach eigenen Angaben an 13 von 1626 Tötungs-Operationen seiner Einheit beteiligt. Dabei werden auf sehr vager Verdachtslage Zielpersonen und deren Begleiter mit Hellfireraketen liquidiert, darunter Hunderte Kinder. Raddack berichtete vergangenen Monat, Bryants Mutter sei von Behördenvertretern gesagt worden, sie stehe auf einer Todesliste des IS. Bryant hält dies für einen Einschüchterungsversuch.

Bei der Kampagne gegen Whistleblower haben insbesondere ehemalige CIA-Direktoren aufgerüstet und versuchen mit jedem noch so schäbigen Trick, etwa Edward Snowden mit den Anschlägen auf Paris zu konnotieren. So kritsiert (oder neidet) Ex-CIA-Chef John Brennan die Heroisierung Edward Snowdens und lastet pauschal Befürwortern von Privatsphäre eine Mitschuld an. Einer seiner Vorgänger, der Kalte Krieger James Woolsey, lässt seiner Cowboy-Mentalität freien Lauf: So fordert Woolsey für Snowden nicht nur die Todesstrafe, sondern möchte zusehen, wie eine solche durch langsames Erhängen vollstreckt werde.

Zwar erschwert Verschlüsselungstechnologie den Geheimdiensten durchaus ihr Handwerk, doch die Terroristen von Paris haben solche offenbar gar nicht genutzt, sondern über Facebook und SMS kommuniziert. Professionelle Terroristen verzichten seit den Tagen der IRA völlig auf elektronische Kommunikation. Wie jüngst der Geheimdienstexperte James Bamford kommentierte, erstickten die Geheimdienste in Big Data und setzten ihre Prioritäten falsch. "Die NSA hat mit der Massenüberwachung einen Taxifahrer in San Diego erwischt, der 7.500 US-Dollar an eine somalische Gruppe geschickt hatte", sagte Bamford gegenüber heise online, "Das ist alles, was wir für die Milliardeninvestitionen in Massenüberwachung bekommen haben."

Bereits seit Cablegate verwendet das Pentagon im Bezug auf WikiLeaks die Redewendung, die Whistleblower hätten Blut an ihren Händen. Angesichts der Tausenden Drohnentoten und der vom Pentagon geführten und unterstützten Kriege handelt es sich bei dieser Metapher offensichtlich um Neusprech. Woolsey dürften die Enthüllungen von Snowden auch deshalb ärgern, weil der Ex-CIA-Chef einer der Leute hinter dem Abhörsystem Echelon war. An dessen Nutzung zur Wirtschaftsspionage bedauerte der Ex-CIA-Chef lediglich, dass die europäische Technologie der Spionage nicht wert gewesen sei. Die Verquickung von CIA und wirtschaftlichen Interessen sowie deren politisches Töten folgen einer gewissen Tradition.

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