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CIA hilft bei Waffenlieferung an syrische Rebellen mit

21.06.2012

Die nach einem Bericht der New York Times von Saudi-Arabien, Katar und der Türkei bezahlten Waffen sollen nicht an al-Qaida gelangen

Zwar liefern die USA wahrscheinlich (noch) nicht selbst Waffen an die Aufständischen in Syrien und setzen auf Diplomatie und Sanktionen, aber sie helfen offenbar dabei mit, die Waffen zu verteilen, wie die New York Times von den üblichen anonymen "Offiziellen" und arabischen Geheimdienstmitarbeitern erfahren haben will.

Bezahlt werden die Waffen, was schon länger bekannt ist und von den USA geduldet, wenn nicht erwünscht wird, von Saudi-Arabien und Katar, aber auch von der Türkei. Die türkische Regierung erklärte bislang stets, nur humanitäre Hilfe zu leisten. Es soll sich um Gewehre, Granaten, Antipanzerwaffen und Munition handeln, die in aller Regel über die türkische Grenze nach Syrien mittels Helfern, wozu auch die Muslimbrüder aus Syrien zu gehören scheinen. Während Saudi-Arabien und Katar also helfen, die Aufständischen zu bewaffnen, fordert Ahmed Bin Hilli, der Generalsekretär der Arabischen Liga, Russland auf, das syrische Regime weiter aufzurüsten. Bestätigt wurde von russischer Seite, dass ein Schiff mit Militärhubschraubern auf den Weg nach Syrien sei. Diese würden Syrien gehören und seien nur in Russland "modernisiert" worden. Das Schiff, das unter der Flagge von Curaçao fährt, legt in Murmansk an, um dann unter russischer Flagge weiterzufahren, nachdem das dänische Unternehmen United Nordic Shippin A/S, das das russische Frachtschiff gechartert hatte, wegen Hubschrauberlieferung den Vertrag aufgekündigt hatte.

Seit einigen Wochen sollen einige CIA-Mitarbeiter - es ist die Rede von einer kleinen Zahl - in der Südtürkei tätig sein, angeblich vor allem zu dem Zweck, dass die von anderen Ländern stammenden Waffen in die "richtigen" Hände gelangen und nicht in die von al-Qaida-Kämpfern und anderen "Terroristen", so ein US-Informant. Zudem versuche der US-Geheimdienst, bessere Informationen über die Oppositionsbewegung in Syrien zu erhalten und Informaten zu rekrutieren, wie ein arabischer Geheimdienstmitarbeiter sagte. Die Lage wird unübersichtlicher, es soll bereits, wie Jeffrey White vom Washington Institute for Near East Policy sagt, mehr als 100 militante Rebellengruppen geben. Es werde von der US-Regierung auch erwogen, die Rebellen auch mit anderen Mitteln zu unterstützen, beispielsweise mit Satelliten- oder Drohnenbildern, ihnen beim Aufbau eines eigenen Geheimdienste zu helfen oder CIA-Agenten nach Syrien zu schicken. Darüber sei aber noch nicht entschieden worden.

Das Pentagon arbeitet weiterhin militärische Optionen aus, beispielsweise zur Sicherung der chemischen und biologischen Waffen. Vermutet wird, dass Assad große Mengen hiervon produziert und gelagert hat. Allerdings hatten die Amerikaner dies auch vor dem Irak-Krieg vom Hussein-Regime behauptet. Gearbeitet wird auch an Notfallplänen wie an einer Luftbrücke oder der Einrichtung einer Flugverbotszone. Das Pentagon weist allerdings zurück, sich auf etwaige militärischen Interventionen vorzubereiten.

Während gerade eine UN-Konferenz zu Syrien vorbereitet wird und man munkelt, dass Assad zum Machtverzicht überredet werden soll, ist ein syrischer Pilot mit einer MIG-21 in Jordanien gelandet und hat dort um Asyl gebeten. Zwar sind bereits Tausende von Soldaten desertiert und auf die Seite der Rebellen übergelaufen, aber das wäre bislang der erste Fall, wo ein Angehöriger der syrischen Armee mit schwerem Gerät desertiert ist. Ob Jordanien, das wie die anderen Nachbarstaaten Syriens an der Konferenz teilnehmen soll - Russland besteht auch auf eine Einladung von Iran -, dem Piloten Asyl gewähren wird, ist unklar. Würde es dies machen, müsste es womöglich militärische Reaktionen von Syrien fürchten.

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