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China: Notbremse gezogen

05.01.2016

Am ersten Handelstag des neuen Jahres rauschten die Aktienkurse in Shanghai und Shenzhen in den Keller. Die dortigen Börsen wurden deshalb vorzeitig geschlossen

Das neue Jahr hat an Chinas Börsen mit einem neuen Tumult begonnen. Am Montag wurde in Shanghai und Shenzhen der Handel um 13:33 Ortszeit für den Rest des Tages ausgesetzt, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtet. Zuvor waren die Kurse an den beiden Handelsplätzen um rund sieben Prozent abgestürzt.

Der Handelsabbruch ist der erste seiner Art in China und ein Ergebnis neuer Maßnahmen, mit der die Kursbewegungen beruhigt werden sollen. Demnach wird der Handel für 15 Minuten unterbrochen, wenn der sogenannte Hushen 300 Index, der die Entwicklung sowohl in Shanghai als auch in Shenzhen widerspiegelt, um mehr als fünf Prozent fällt. Verliert der Index an einem Tag mehr als sieben Prozent, so wird der Aktienhandel für den Rest des Tages eingestellt.

Der Mechanismus war nach den extremen Kursausschlägen im Juli und August eingeführt worden und kam am Montag erstmals zur Anwendung. Nach dem die Fünf-Prozent Schwelle überschritten worden war, unterbrach die Börsenverwaltung den Handel zunächst für eine Viertelstunde. Als er danach wieder aufgegeben wurde, sackte der Index innerhalb weniger Minuten um weitere zwei Prozentpunkte ab. Daraufhin erfolgte schließlich die vorzeitige Schließung an den beiden Börsenplätzen.

Die Verluste trafen Unternehmen aller Branchen, aber besonders hart den Finanzsektor. Mehrere Banken stießen an das Tageslimit von minus zehn Prozent, das als weitere Dämpfungsmaßnahme eingeführt wurde. Laut Xinhua wurden die Verkäufe am ersten Handelstag des Jahres durch eine Mischung aus schlechten Nachrichten aus dem produzierenden Gewerbe und einem Schwächeln der chinesischen Währung Yuan ausgelöst. Letztere sei gegenüber dem US-Dollar auf dem niedrigsten Stand seit 2011 gelandet.

Die noch vergleichsweise jungen chinesischen Börsen hatten im vergangenen Jahr eine beachtliche Berg-und-Talfahrt hingelegt. Nachdem ihre beiden Haupt-Aktienindizes zunächst in der ersten Jahreshälfte um rund 60 Prozent zugelegt hatten, sorgten dann im Sommer Kursstürze in Shanghai und Shenzhen für erhebliche Unruhe an den Börsen in aller Welt.

Rund 30 Prozent des Börsenwertes löste sich innerhalb von drei Wochen in Luft auf. Insgesamt haben jedoch sowohl der DAX als auch die chinesischen Aktienindizes das Jahr mit einem Plus abgeschlossen. Der Shanghai Composite Index schloss das Jahr zum Beispiel mit einem Zuwachs von um fast zehn Prozent ab. Damit übertraf er, so die Asia Times Online, die meisten Aktienindizes in Europa und Nordamerika.

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