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China rüstet im südchinesischen Meer auf

18.02.2016

Fox News berichtet unmittelbar nach Asean-Gipfel über Raketenstationierung auf umstrittener Inselgruppe

Aufregung um das südchinesische Meer: Das Taiwanesische Verteidigungsministerium hat einen Berichtdes US-Nachrichtensenders Fox News von Dienstagabend (Ortszeit) bestätigt, nach dem China Boden-Luft-Raketen auf einer Inselgruppe zwischen der Volksrepublik, Vietnam und den Philippinen stationiert hat. Zwei Raketenbatterien zur Luftabwehr seien auf der Yongxing-Insel, die in der westlichen Presse Woody Island genannt wird, gesichtet worden.

Taipeh bestätigte, dass man "seit einer Weile" von der Stationierung wisse. Auch das US-Verteidigungsministerium bestätigte die Meldungen. Die Raketen mit einer wahrscheinlichen Reichweite von 200 Kilometern seien im Norden des südchinesischen Meeres per Satellit ausgemacht worden.

Die Yongxing-Insel gehört zu der Xisha-Inselgruppe (Paracel-Inseln).
China baut seit Jahren seine Präsenz im südchinesischen Meer aus, das zwischen China, Vietnam, den Philippinen, Brunei, Malaysia und Indonesien liegt. Die Volksrepublik erhebt Anspruch auf große Gebiete des Meeres und baut zur Untermauerung der Gebietsansprüche kleine Inseln künstlich aus. Vor allem die Aufschüttung von Kleininseln, Riffen und Atollen der Nansha-Gruppe (Spratly-Inseln) sorgte in den vergangenen Jahren für Schlagzeilen.

Chinas Außenminister Wang Yi zeigte sich angesichts der medialen Aufregung um die Stationierung betont überrascht. Entsprechende Berichte seien Effekthascherei westlicher Medien, die einen normalen Vorgang aufbauschen wollten, so Chinas Chefdiplomat. Für Wang steht der Auf-und Ausbau der militärischen Infrastruktur im Einklang mit internationalem Recht. Es gehe um den "Selbsterhalt und Selbstschutz" Chinas als souveränen Staat.

Tatsächlich scheint die schon bekannte Stationierung von Fox News bewusst lanciert und dramatisiert worden zu sein. Als die "exklusive Nachricht" ausgestrahlt wurde, saß US-Präsident Barack Obama gerade mit Vertretern mehrerer südostasiatischer Staaten in Kalifornien zusammen. In Sunnylands, einem ausgedehnten Anwesen in der kalifornischen Wüste, waren zuvor erstmals zehn Staats- und Regierungschefs des Verbandes südostasiatischer Nationen, Asean, zusammengekommen – zum ersten Mal in den Vereinigten Staaten. Die USA würden "weiter unseren Verbündeten und Partnern dabei helfen, ihre Marine-Fähigkeiten zu verstärken", sagte Obama nach dem Treffen.

Die USA dürften damit weiter in den Konflikt um die rohstoffreichen Gewässer des südchinesischen Meeres hineingezogen werden. Bislang beansprucht China rund 90 Prozent des Seegebietes, das insgesamt gut 3,5 Millionen Quadratkilometer umfasst. In dem Gebiet werden immense Erdöl- und Erdgasvorkommen vermutet. Zudem läuft ein Drittel der weltweiten maritimen Erdöltransporte durch das südchinesische Meer.

Die US-Regierung hatte zuletzt verstärkt militärische Präsenz in den von China beanspruchten Gewässern gezeigt. Damit will sich Washington als Schutzmacht der asiatischen Staaten behaupten, die sich von China bedrängt fühlen. Im Januar war ein US-Kriegsschiff demonstrativ in die Gewässer vor der Xisha-Gruppe eingedrungen. Im Dezember flog ein strategischer B-52-Bomber über die umstrittenen Gewässer. Vergangenen Oktober näherte sich der US-Zerstörer "Lassen" den Nasha-Inseln bis auf wenige Seemeilen.

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