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Chinas Immobilienmarkt im freien Fall

02.12.2008

Die Immobilienumsätze haben sich halbiert und die Preise sind zuletzt um bis zu einem Drittel eingebrochen.

In Shanghai, Shenzhen and Guangzhou sind die Preise von Kommerziellen- und Wohnimmobilien im 3. Quertal so stark gefallen wie niemals zuvor. So meldet das Maklerunternehmen Savills Plc. für Shanghai einen Preiseinbruch von 19,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Dementsprechend ist im Oktober auch die Bautätigkeit um 16,6 Prozent zurückgegangen, die im Vorjahresmonat noch einen Anstieg von 32,5 Prozent verzeichnet hatte.

Bisher war die Bautätigkeit Chinas wichtigste Wachstumsbranche, die für rund ein Viertel aller Anlageinvestitionen verantwortlich war und 77 Millionen Arbeitskräfte beschäftigte. Laut der Investmentfirma Macquarie Securities wird die Bautätigkeit, die in den ersten drei Quartalen 2008 noch um neuen Prozent zulegen konnte, nächstes Jahr jedoch um schwindelerregende 30 Prozent einbrechen.

In den zurückliegenden fünf Boom-Jahren hatten die chinesischen Immobilienentwickler allerdings riesige Gewinne angehäuft, insbesondere wenn sie über Bauland verfügen konnten, das sie am Anfang des Booms noch billig aufgekauft hatten. Jetzt kommen jedoch Objekte auf den Markt, wofür die Grundstücke um 2007, am Höhepunkt des Booms, eingekauft wurden und derzeit in der Regel nicht mit Gewinn verkauft werden können. Nach Reuters haben sich die Immobilienumsätze zuletzt schlichtweg halbiert, was etwa den größten Immobilienentwickler, China Vanke, gezwungen habe, die Preise um ein Drittel zu senken. Dazu kommt, dass viele Immobilienkredite, die in den Jahren 2006/2007 aufgenommen wurden, innerhalb der nächsten beiden Jahre erneuert werden müssen, was angesichts fallender Immobilienwerte und Mietpreise auf einige Schwierigkeiten stoßen dürfte.

Bleibt die Hoffnung, dass China ein noch massiveres staatliches Investitionsprogramm anwirft, als vor zwei Wochen bereits angekündigt. Bisher wurden bereits die bei Immobilienkäufen anfallende Stempel-Steuer gestrichen und die Umsatzsteuer verringert. Außerdem wurden die Hypothekenraten für erstmalige Wohnungskäufer gesenkt, nächstes Jahr soll es, wie China Business News berichtet, zudem auch Erleichterungen für Zweitwohnungskäufer geben.

Darüber hinaus wurden neben massiven Leitzinssenkungen auch umfangreiche Infrastrukturinvestitionen angekündigt, die vermutlich noch kräftig angehoben werden. Immerhin liegt Chinas Staatsverschuldung bei nur rund 16 Prozent des BIP, so dass noch sehr viel Spielraum für Stimulierungsmaßnahmen besteht. Die Wachstumsprognose der Weltbank, die ihre China-Einschätzung für 2009 gerade um zwei Prozent auf 7,5 Prozent zurückgenommen hat, scheint dennoch höchst unrealistisch, insbesondere da Chinas zweiter Wachstumsmotor, die Exportwirtschaft, offenbar gerade einen noch stärkeren Einbruch erlebt als die Bauwirtschaft. Sollten die düsteren Prognosen eintreffen, dann bestehen wohl nur noch sehr geringe Chancen, dass China 2009 überhaupt positive Wachstumsraten erreicht.

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