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Science News
Nachrichten aus der Wissenschaft

DNA-Datenbank für Hunde

14.06.2012

In Jerusalem will man der zunehmenden Verschmutzung der Straßen mit Fäkalien zukünftig mit Methoden aus der Forensik zu Leibe rücken

Ein im letzten Jahrzehnt beliebter Wortwitz lautet, dass man dem bis in die Puppen grillenden Nachbarn gerne auf die Bierbank kacken würde – "aber heutzutage wird ja wegen jedem Scheiß ein Massengentest angeordnet". In Jerusalem will die Stadtverwaltung diese Vorstellung jetzt in die Realität überführen – allerdings nicht für Menschen, sondern für Hunde. Die unterscheiden sich dort nämlich nur wenig von ihren Artgenossen in Berlin und hinterlassen entsprechend viele Scheißhaufen auf öffentlichen Straßen, in Parkanlagen und auf Spielplätzen, welche in der drei Religionen heiligen Stadt zum Himmel stinken und bei ihrer Beseitigung erhebliche Kosten für die Allgemeinheit verursachen.

Deshalb möchte das Veterinärsamt eine Datenbank anlegen, in der die genetischen Profile möglichst vieler Hunde zusammen mit den Adressen ihrer Halter gespeichert werden, so dass diese im Verunreinigungsfall ermittelt und zur Kasse gebeten werden können. Möglich wird dies, weil die Kosten für Gentests in den letzten beiden Jahrzehnten massiv sanken, weshalb heute ein Hund bereits für 150 Schekel oder umgerechnet gut 30 Euro aus dem Haufen identifiziert werden kann, den er hinterlässt. Bei geplanten Bußgeldern in Höhe von 750 Schekel pro Haufen verspricht das für die Stadtverwaltung ein gutes Geschäft zu werden, wenn nicht zu oft ins Leere ermittelt wird.

Um das zu vermeiden, will man im nächsten Jahr die Halter aller etwa 11.000 registrierten Hunde vorladen und den Tieren eine Speichelprobe entnehmen. Wer dem nicht nachkommt, soll mit Zwangsgeldern belegt werden. Als Rechtsgrundlage dafür dient eine bereits erlassene allgemeinere Verordnung. Ob dies auch vor Gericht hält, wird sich zeigen. In der 190.000-Einwohner-Stadt Petach Tikwa, die die Idee vor vier Jahren weltweit als erste umsetzen wollte, hatte man aufgrund rechtlicher Schwierigkeiten beim Zwang zur Abgabe einer Speichelprobe schließlich doch davon abgesehen.

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