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Science News
Nachrichten aus der Wissenschaft

Datenkrake will Datenkraken nutzen

07.06.2012

Die Schufa möchte zukünftig Facebook-Profile und andere Informationen aus dem Web zur Bonitätsbewertung einsetzen

Die private Auskunftei Schufa, deren Vorstandsvorsitzender aktuell der 2010 im Zusammenhang mit der HSH Nordbank-Affäre als Hamburger Finanzsenator zurückgetretene CDU-Politiker Michael Freytag ist, hat in Deutschland ein Quasi-Monopol auf die Bewertung der Kreditwürdigkeit von Verbrauchern. Die dazu herangezogenen Kriterien sind oft fragwürdig. Nun hat das Unternehmen dem Radiosender NDR Info zufolge mit dem Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik (HPI) an der Universität Potsdam vereinbart, dass man dort für 200.000 Euro jährlich erforscht, wie Daten im Internet dazu verwendet werden können, um Bonitäten und "Meinungsbilder" einzelner Personen zu ermitteln.

Konkret ins Auge gefasst hat man einem Projektideen-Memorandum nach unter anderem Facebook und andere Soziale Netzwerke, Google Street View, Anbieter wie immoscout24 oder Amazon und bei Unternehmen eingestellte Arbeitnehmerdaten. Um Pseudonyme zuordnen zu können, denkt man daran, Honeypot-Profile bei Facebook, Xing und Twitter einzurichten, mit denen dann verdeckt Daten gesammelt werden. Besonders interessiert man sich für "Personen öffentlichen Interesses, Verbraucherschützer und Journalisten", für die eine automatisierte Identifikation angedacht ist.

Die mit Hilfe der "Kreativität von Forschern, wissenschaftlichen Mitarbeitern und Studenten […] aus dem Web generierten Informationen" will man anschließend mit den bestehenden 500 Millionen Schufa-Datensätzen verbinden und "aus Business-Sicht bewerten". Daraus soll dann "ein Pool entstehen, der von der Schufa für existierende und künftige Produkte und Services eingesetzt werden kann". Dem Potsdamer Professor Felix Naumann zufolge handelt es sich bei "Schufa Lab@HPI" dagegen lediglich um "Grundlagenforschung", bei der man "höchste ethische Maßstäbe" anlege und deren Ergebnisse man ausnahmslos als "wissenschaftliche Beiträge" veröffentlichen will.

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