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Taglinger klickt neben der Spur

Denn sie weiss schon, was ich sagen will

25.02.2013

Nichts ist nerviger als jemand, der einem immer schon vorher sagt, was man gerade sagen wollte. Ausnahme vielleicht: eine virtuelle Tastatur.

Autocomplete ist eine wunderbare Sache, wenn sie denn funktioniert. So kann es schon mal passieren, dass man in einer Nachricht via iMessage seine Liebste statt mit einem sehr fantasievollen Kosenamen schlichtweg als meine Glattholzfräse bezeichnet, nur weil Apple immer gerne merkwürdige Wörter vorschlägt, sobald man das Tippen anfängt.

Das ist ein bisschen so wie diese vorlaute Tante, die einem ständig Wörter wie Sonntags in die Messe reinredet, nur weil man gerade über sein Wochenende gefragt wird.

Mag man nicht, will man nicht.

Einen ganz anderen, aber sicher auch sehr unterhaltsamen Weg geht Fleksy, das jetzt auch kostenlos für iOS zu haben sein soll. Man tippt einfach darauf los und gibt herrliche Perlen der englischen Sprache von sich wie euwzrtuwef jhsdc, und angeblich soll dann dort oberhalb der Tastatur, nicht als blaue Bubble irgendwo im Text, wo man ja eh nie hinschaut, der zum Beispiel richtige Vorschlag euphoric typer stehen und mit einem Wisch akzeptierbar sein.

Das klingt schon einmal besser als die dreizehn Versuche, die ich immer brauche, um Bald zu Hauer, Schmatz in ein eher gemeintes Bald zu Hause, Schatz zurück zu wandeln. Meistens tippe ich dann diesen Satz so oft, dass ich ihn auch auf der nächsten Telegrafenstelle als Telegramm an meine Liebste (Übersee, Sonderzustellung) hätte aufgeben können.

Aber so...

Nett ist der Fleksy Button, der Tim Cook auffordern soll, die App tiefer ins Betriebssystem zu integrieren. Wenn das alle Apphersteller in Zukunft tun, wird Cook nicht mehr wirklich froh. Aber so schaut er ja auch heute schon nicht aus. Und so wortkarg wie er sich gibt, hat er sicher eine App auf seinem iPhone, die einfach nur aus einem Button für ein einziges Wort besteht:

No.

Das hat dann vermutlich eine ziemlich hohe Vorhersagewahrscheinlichkeit.

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