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Nachrichten aus Politik und Wirtschaft

Der Dollar-Absturz nimmt Fahrt auf

05.08.2009

Die Währung sackt zu allen wichtigen Handelswährungen auf ein neues Tief ab

Die Dollarschwäche ist chronisch. Sie macht sich immer deutlicher bemerkbar und das hat auch damit zu tun, dass immer mehr Länder und Handelsräume sich von dem Auslaufmodell verabschieden. Der erwartete neue Tiefstand zum Euro von 1,45 wurde nun schon fast erreicht. Lag der Dollar-Kurs noch am Freitag bei knapp 1,43, waren es am Montag schon fast 1,45 und auch am Dienstag konnte er sich nicht erholen. Er steht nun auf dem niedrigsten Stand seit September 2008.

Es handelt sich aber nicht um einen starken Euro. Das zeigt sich im Vergleich zu allen wichtigsten Handelswährungen. Der sogenannte Dollar-Index macht das unmissverständlich deutlich, der die Kurse zum Euro, Yen, Pfund, kanadischen Dollar, schwedischer Krone und zum Schweizer Franken abbildet. Danach hat der Dollar seit Anfang März gut 13 % weltweit verloren. Er steht zu diesem Index so tief wie seit Oktober 2008 nicht mehr.

Angesichts der Tatsache, dass die US-Notenbank (FED) mit ihrer kreativen Geldpolitik in der Krise die Märkte im Rahmen der "quantitativen Lockerung" mit frisch gedruckten Dollars überschwemmt hat, sehen einige Experten den Dollar weiter abrutschen. Sie sehen die alten Rekordstände kommen. Im Juli 2008 war der Kurs sogar auf knapp 1,6 zum Euro abgerutscht.

Noch vor wenigen Jahren musste man sogar deutlich mehr als einen Euro bezahlen, um einen Dollar zu erstehen. Der historische Höchststand wurde am 26. Oktober 2000 verbucht, als der der Euro bei 0,8252 zum Dollar stand. "Droht jetzt der große Dollarcrash?", fragt angesichts der Entwicklung sogar die konservative Zeitung "Die Welt". Tatsächlich kann ein Crash angesichts der FED-Geldpolitik nicht definitiv ausgeschlossen werden. Die Frage ist nun eher, ob der Crash noch zu vermeiden ist.

Die USA setzen dabei vor allem, auch wenn es widersprüchlich klingt, auf Russland und China. Die wollen zwar den Dollar als Leitwährung beerdigen, doch haben die derartig hohe Devisenreserven angelegt, die sie bei einem Crash verlieren würden. Allein China hat fast 2 Billionen Dollar auf Lager. Es könnte sich aber auch um eine gezielte Strategie handeln. Die USA könnten einen waghalsigen gesteuerten Absturz versuchen, mit dem sich die USA der horrenden Auslandsschulden entledigen und zudem dann konkurrenzlos billig exportieren können, um so zu versuchen die tiefe Rezession zu überwinden.

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Die aktuelle "Enthüllung" der SZ hatten wir schon 1998, deshalb frisch aus dem Archiv:

Christiane Schulzki-Haddouti 24.08.1998

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