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Der Vorwurf lautet "Verbrechen gegen die Menschheit"

11.04.2010

Berühmtes Atheisten-Duo will Papst verhaften lassen, sobald er britischen Boden betritt

Richard Dawkins will dafür sorgen, dass der Papst verhaftet wird, sobald er britischen Boden betritt. Der entsprechende Vorwurf lautet "Verbrechen gegen die Menschheit". Dawkins, Verfasser des Wissenschafts-Bestsellers "Das egoistische Gen" und seit Erscheinen des Kultbuches "Der Gotteswahn" der berühmteste Atheist der Welt, plant zusammen mit dem zweitberühmten Atheisten der englisch-sprachigen Welt, dem Autor Christopher Hitchens ("Der Herr ist kein Hirte. Wie Religion die Welt vergiftet"), eine Anklage gegen Benedikt XVI.

Konkreter Anklagepunkt gegen den Oberhirten der Kirche wäre nach Informationen der britischen Times die Vertuschung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche durch den Papst. Vorwürfe aus den USA hatten am Wochenende erneut für großes Aufsehen gesorgt. In seiner Funktion als Präfekt der Glaubenskongregation habe Kardinal Josef Ratzinger Mitte der 1980er Jahre die Entlassung eines Geistlichen in Kalifornien, der wegen Kindesmissbrauchs verurteilt wurde, verzögert, so der Vorwurf. In einem von Ratzinger unterschriebenen Schreiben zu dem Fall soll es heißen, dass "mehr Zeit" benötigt werde und laut New York Times-Bericht "the good of the Universal Church" berücksichtigt werden müsse, bevor man eine eine entgültige Entscheidung treffen könne.

Das Atheisten-Duo Dawkins und Hitchens soll sich mit namhaften Anwälten wie z.B: mit dem UN-Juristen Geoffrey Robertson in Verbindung gesetzt haben, um eine Anzeige aufzusetzen, in deren Folge es möglich wäre, den Papst mithilfe ähnlicher juristischer Prinzipien festzunehmen, die 1998 dazu geführt haben, den früheren chilenischen Diktator Pinochet bei seinem Besuch in Großbritannien festzunehmen.

Der Papstbesuch ist für September dieses Jahres angekündigt. Zwischen dem 16. und 19. soll er London, Glasgow und Coventry besuchen.

Dawkins und Hitchens vertreten die Auffassung, dass der Papst keine diplomatische Immunität beanspruchen kann, weil er, obwohl offiziell auf Staatsbesuch, kein Staatsoberhaupt ist, das von der UN anerkannt würde.

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