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Nachrichten über die Verbesserung, Erweiterung und Ablösung des Menschen

Deutsche Jugendliche konsumieren kontinuierlich weniger Alkohol, Zigaretten und Cannabis

10.02.2012

Nach der jährlichen Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung breitet sich Ernüchterung in der Jugend aus

Die Jugendlichen scheinen besser als ihr Ruf zu sein. Nach dem eben von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) veröffentlichten Bericht für das Jahr 2011 ist der Drogenkonsum bei den Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren seit 10 Jahren kontinuierlich gesunken. Die ihnen vorhergehende Generation im Alter von 18 bis 25 Jahren hält offenbar an ihren Konsumgewohnheiten fest, allerdings rauchen auch sie weniger.

Die fortschreitende Ernüchterung der Jugendlichen, bezeichnet gar als "Trendumkehr im Suchtmittelkonsum", wird von der Drogenbeauftragten Mechthild Dyckmans, wie nicht anders zu erwarten, als Ergebnis der "vielfältigen Präventionsmaßnahmen" gefeiert. Dadurch kämen "immer weniger Kinder und Jugendliche mit Suchtstoffen in Berührung". Während ansonsten schon gerne mal das Bild von Jugendlichen gemalt wird, die sich mit sozialen Netzwerken und Computerspielen aus der Wirklichkeit zurückziehen, sich mit Alkohol betäuben und in Gewalträuschen verfallen, sich zudröhnen oder mit Drogen aufpeitschen, ist die gesellschaftliche Realität, zumindest nach dem Bericht, für den 5000 Jugendliche und junge Menschen befragt wurden, eine andere. Wie verlässlich die Angaben der Jugendlichen und jungen Menschen sind, steht auf einem anderen Blatt.

Gleichwohl sagen weiterhin 14,2 Prozent der Jugendlichen (2001: 17,9%), sie würden regelmäßig, also mindestens einmal in der Woche, Alkohol trinken, bei den 18-25-Jährigen sind es 39,8 Prozent. Als Rauschtrinken oder Binge-Drinking wird der Konsum von mindestens 5 Getränken bezeichnet. Das haben immer 15,2 Prozent der Jugendlichen (2001: 22,6%) einmal während der letzten 30 Tage getan, bei den Älteren sind es 41,9 Prozent. 45 Bei den 16-17jährigen Jungen ist der Anteil derjenigen, die in den letzten 30 Tagen mindestens einmal dem "Rauschtrinken" gefrönt haben, mit 45 Prozent schon ziemlich hoch. Mädchen und junge Frauen schätzen das Rauschtrinken deutlich weniger als die Jungen und Männer. Interessanterweise trinken Berufsschüler und Arbeitslose weniger als Schüler der gymnasialen Oberstufe.

11,7 Prozent der Jugendlichen (2001: 27,5%) und 36,8 Prozent der 18-25-Jähreigen (2001: 44,5%) sagen, dass sie rauchen, 4,8 Prozent täglich. Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen seien nicht festzustellen. Da werden vermutlich die hohen Preise und das Rauchverbot eine große Rolle gespielt haben, zudem dürfte es auch nicht mehr so angesehen sein, wenn man als Raucher auftritt, da fand doch gesellschaftlich eine ziemlich Diskriminierung statt. Mehr als 70 Prozent der Jugendlichen sagen, sie hätten noch nie in ihrem Leben geraucht (2001: 40,5%). Anders als beim Alkoholtrinken haben die Mädchen und jungen Frauen beim Rauchen die Männer eingeholt, bei den Jugendlichen rauchen mehr Mädchen als Jungen. Beim Rauchen gibt es auch deutliche Bildungsunterschiede. Der Anteil der Nieraucher ist bei den Gymnasiasten am höchsten und bei den Hauptschülern am geringsten, die entsprechend auch mehr rauchen als die Realschüler.

Offenbar wird auch immer weniger gekifft. Bei den Jugendlichen wollen nur 6,7 Prozent schon mal Cannabis probiert haben, 2004 sagten dies 15,1 Prozent. Bei den jungen Erwachsenen ist der Anteil leicht von 43,0 auf 39,2 Prozent zurückgegangen. Andere illegale Drogen wie Ecstasy, LSD, Amphetamine, Kokain, Heroin etc. haben nur ein Prozent der Jugendlichen konsumiert (vor allem Amphetamine und psychoaktive Pflanzen), bei den 18-25-Jährigen sind es mit 1,3 Prozent nur wenig mehr (vor allem Ecstasy und Amphetamine). Regelmäßig konsumieren nur 3,7 Prozent der Jugendlichen illegale Drogen. Viele Wählerstimmen lassen sich wohl mit einer Freigabe nicht erreichen.

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