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Deutschlands Bevölkerung schrumpft in der EU am stärksten

20.01.2010

Ostdeutschland wird leer und vergreist.

Eurostat hat derzeit nicht viel Positives zu melden. 17 Prozent der EU-Bevölkerung sind derzeit von Armut bedroht. Besonders betrifft das Kinder und Ältere. Aufgefächert nach Ländern ist das Bild uneinheitlich. Die meisten von Armut bedrohten Menschen gibt es in Lettland, Rumänien, Bulgarien, Griechenland, Spanien und Litauen, am wenigsten in Tschechien, den Niederlanden, der Slowakei, Dänemark, Österreich, Slowenien und Schweden.

Die Arbeitslosenrate liegt in der EU bei 9,5 Prozent, in der EU-Zone bei 10 Prozent. Die Niederlande und Österreich haben am wenigstens Arbeitslose, Lettland und Spanien mit 22 bzw. 19 Prozent am meisten. Noch liegt die Inflationsrate bei 0,9 Prozent, das kann sich aber schnell ändern. In Großbritannien ist sie gerade schon auf 2,9 Prozent gestiegen. Das wird das Leben nicht leichter machen und langfristig für Unruhe sorgen. Die Baubranche schrumpft weiter, die Industrieproduktion ist im November 2009 gegenüber Oktober gerade mal um 1 Prozent gewachsen.

Deutschland kann europaweit immerhin für einen Rekord sorgen. Die Zahl der Gebiete, in denen die Bevölkerung zwischen 2008 und 2030 schrumpfen wird, ist hier am höchsten. Während in vielen Ländern die Bevölkerung wachsen wird, geht man davon aus, dass sie in Deutschland als einzigem westeuropäischen Land neben Estland, Lettland, Litauen sowie in weiten Teilen von Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Polend und der Slowakei schrumpfen wird. Besonders stark ist mit 20 Prozent der bis 2030 erwartete Bevölkerungsschwund von 20 Prozent in Chemnitz, Sachsen-Anhalt, Dresden und Thüringen.

Allerdings basieren die Zahlen nicht auf neusten Daten, vor allem stammen sie aus der Zeit vor der Finanzkrise. Es ist relativ unwahrscheinlich, dass jetzt noch Süd- und Ostspanien, Südfrankreich und gerade Irland eine Bevölkerungszunahme von über 15 Prozent haben werden. Vor allem Zuwanderung führt zu Bevölkerungswachstum, aber Zuwanderer kommen vor allem dahin, wo die Wirtschaft boomt und die Arbeitskraft gebraucht wird. Die Wirtschaftskrise hat die Karten neu gemischt. Daher ist Deutungen wie der in der Welt nicht wirklich zuzustimmen, auch wenn sie sich an die Zahlen halten: "Dabei ist eine klare Tendenz zu erkennen: Während die Bevölkerungsdichte im Westen und Nordwesten weiter zunimmt, wird Europa immer „leerer“, je weiter man nach Osten kommt. In Bulgarien, Ostdeutschland und Teilen Ungarns sinkt die Bevölkerungszahl um mehr als 20 Prozent. Hingegen werden in Irland, Großbritannien und Belgien immer mehr Menschen leben; Grund dafür ist die anhaltende Zuwanderung."

Die Menschen werden vor allem dort, wo sie weniger werden, auch älter. Kein Wunder, dass hier auch die ostdeutschen Regionen wieder an der Spitze sind. Zu den 10 Regionen in der ganzen EU, in denen das mediane Durchschnittsalter mit mehr als 52,8 Jahren – EU-weit 45,4 – 2030 am höchsten liegen soll, zählen Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg-Südwest, Brandenburg-Nordost,´Thüringen, Dresden, Sachsen-Anhalt und Chemnitz, die Küstenregion Principado de Asturias in Spanien sowie Ligurien und Sardinien in Italien – in dieser Reihenfolge. Überhaupt schauen Deutschland, Zentralfrankreich, Teile von Schweden, Finnland und Italien oder Nordspanien ganz schön alt aus.

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