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Die Hälfte der Menschheit hat einen Anteil von 2 Prozent am globalen Vermögen

23.10.2010

In den letzten 10 Jahren ist nach einem Bericht von Credit Suisse das weltweite Privatvermögen um 72 Prozent gestiegen auf 195 Billionen Dollar gestiegen

Der globale Reichtum ist sehr unterschiedlich verteilt. Das ist bekannt. Aber Credit Suisse hat im ersten Global Wealth Report nicht nur erfasst, wie viel Vermögen die Reichen und Superreichen haben, sondern das ganze Spektrum von Reich bis Arm - und dies angeblich mit ziemlich aktuellen Zahlen von Mitte 2010 von 200 Ländern.

Nach dem Bericht, der Anfang Oktober veröffentlicht wurde, aber kaum Resonanz gefunden hat, scheint es der Menschheit besser zu gehen. Immerhin soll der globale Reichtum von allen 4,4 Milliarden erwachsenen Menschen seit 2000 trotz der Finanzkrise um 72 Prozent auf 195 Billionen USD zugelegt haben. Dagegen würden die Staatsschulden gerade einmal bei 45 Billionen liegen. Würde man das Privatvermögen unter allen 4,4 Milliarden Erwachsenen aufteilen, würde jeder einen Anteil von immerhin 43.800 USD erhalten. Aber wie man weiß, verbreitert sich nur die Alterspyramide jetzt nach oben, während die Vermögenspyramide von einem sehr breiten Fundament ausgeht und in einer absolut dünnen Spitze endet.

An der Spitze stehen die Superreichen Milliardäre, von denen es mehr als 1000 geben soll, 500 in Nordamerika, 230 in Europa und 245 in Asien. 42,2 Millionen Menschen haben mehr als eine Million USD, davon immerhin schon 800.000 in China. Diese Reichen stellen 0,5 Prozent der Weltbevölkerung, besitzen aber 35,6 Prozent des globalen Vermögens. Das reichste 1 Prozent mit einem Vermögen von 588.000 USD besitzt 43 Prozent des Weltvermögens. Nimmt man die 334 Millionen (7,5%) hinzu, die ein Vermögen zwischen 100.000 und einer Million haben, was 43,7 Prozent des globalen Vermögens ausmacht, dann verfügen die reichsten 8 Prozent über 79 Prozent des gesamten Vermögens.

Die Mehrzahl der Menschen, die sich unten an der Pyramide des Reichtums befinden, gehen praktisch leer. Über 3 Milliarden Erwachsene, das sind 68,4, haben gerade einmal einen Anteil von 4,2 Prozent am globalen Vermögen, die Hälfte der Erwachsenen hat einen Anteil von 2 Prozent. 1,1 Milliarden besitzen weniger als 1000 USD, 2,5 Milliarden haben kein Geldvermögen. Trotzdem schlägt hier das Herz von Credit Suisse höher, denn wenn so viele Menschen vielleicht einmal ein bisschen mehr haben, dann würde das zur Schaffung von neuen Finanzdienstleistungen wie ePayment-Systemen führen.

An der Spitze der Länder mit den höchsten, natürlich durchschnittlichen Pro-Kopf-Vermögen stehen die Schweiz (372.000) und Norwegen (326.000), gefolgt von Australien, Singapur, Frankreich, Schweden und den USA, wo das Pro-Kopf-Vermögen bei 236.000 USD liegt. Luxemburg, Großbritannien und Italien (226.000) schließen die reichsten zehn Länder ab. In den letzten 10 Jahren ist bei diesen das Privatvermögen sehr unterschiedlich gewachsen. Am wenigsten mit 23 Prozent in den USA, am stärksten mit 211 Prozent in Australien und mit 195 Prozent in Norwegen. Bei den Ländern, in denen die Haushalte am stärksten verschuldet sind, liegen die USA mit fast 14.000 USD weit abgeschlagen an der Spitze, an zweiter Stelle kommt Japan mit 4.300 und an dritter Deutschland mit 2.000.

Der Bericht will trotzdem frohe Kunde verbreiten. Die Privatvermögen werden weiter schnel wachsen, bis 2015 wird eine Zunahme um 61 Prozent auf dann 315 Billionen USD erwartet. Während man von den Armen weniger erwarten kann, gebe es jedoch eine "Mittelschicht" von einer Milliarde Menschen, die in den am schnellsten wachsenden Schwellenländern und vor allem im asiatisch-pazifischen Raum lebt. Das zunehmende Vermögen dieser Schicht, das jetzt zwischen 10.000 und 100.000 USD beträgt, würde das finanzielle Vertrauen schaffen, damit die Menschen hier zu den neuen Konsumenten der Welt werden, die die hochverschuldeten US-Haushalte als globale Wachstumsmaschine ablösen werden.

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