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Die Menschen sollen weniger trinken und rauchen und mehr arbeiten

06.09.2012

Die reichste Frau Australiens offeriert ungeschminkt die Ideologie der Reichen

Gina Rinehart gilt als reichste Frau der Welt und als reichster Mensch Australiens. Ihren Reichtum verdankt sie ihrem Vater, der im Bergbau sein Vermögen fand. Wie Reiche aber gerne mal sind, schreiben sie ihren Reichtum ihren Verdiensten bzw. ihrer harten Arbeit zu und schauen auf die Menschen herunter, die es nicht geschafft haben. Die seien schlicht zu faul, sitzen nur rum und jammern und sollten, wie sie unlängst erklärte, "weniger Zeit mit Trinken, Rauchen und Sich-Treffen mit Menschen verbringen und mehr arbeiten". Um das zu bewirken, tritt sie etwa für die Absenkung des Mindestlohns und - wen wundert es - der Steuern ein. Alles andere ist Sozialismus und Klassenkampf.

"If you want to help the poor and our next generation, make investment, reinvestment and businesses welcome. For proof, look at the alternative: it's called Greece. The millionaires and billionaires who choose to invest in Australia are actually those who most help the poor and our young. This secret needs to be spread widely. So let's drop the class warfare and recognise that high-tax socialist policies don't create jobs - business and investment do, and we need a lot more businesses, investment and reinvestment to continue to do that creating."

Rinehart, deren Vermögen auf 20-30 Milliarden US-Dollar geschätzt wird und die durchaus auch im Aussehen als weibliche Variante des alten Bilds vom dicken, Zigarre rauchenden Kapitalisten durchgehen könnte, schrieb sinngemäß, es seien Milliardäre wie sie, die mehr als alle anderen den Armen helfen, indem sie hart arbeiten, investieren und Jobs schaffen. Und sie verweist auf eine australische Vergangenheit, in der es Menschen aus dem Nichts heraus geschafft haben, ein Unternehmen aufzubauen und reich zu werden. Das klingt schön selbstlos, mächtig von sich überzeugt und selbstgefällig, weil sie wie andere Reiche gerne vergisst, wie ihr der Reichtum in den Schoß gefallen ist, während sie die familiären Umstände bei den Armen nicht berücksichtigt, sondern alles auf Selbstverantwortung schiebt und wohl eine völlig imaginäre, eher ideologische Chancengleichheit unterstellt. Es gebe "kein Monopol" darauf, ein Millionär zu werden, schrieb sie im Brustton der Überzeugung, in dem sie die altbekannte Tellerwäscher-zum-Millionär-Möglichkeit hervorzog. Und sie drohte:

"Our mines still produce great wealth, but it no longer will be enough to subsidise class warfare, complacency, overspending and an increasingly expensive bureaucracy whose power lies in saying ‘no'."

Der sozialistische Finanzminister Wayne Swan hat sich nun beklagt, die Milliardärin habe Millionen von Arbeitern "beleidigt". Gesundheitsministerin Tanya Plibersek empfiehlt der Milliardärin, doch einmal mit dem Mindestlohn auszukommen, anstatt zu verlangen, diesen zu kürzen. Auch der Vorsitzende der australischen Grünen, Adam Bandt, findet Rineharts Attacke komisch, schließlich würden viele Leute hart und härter als Rinehart arbeiten, aber wenig Geld nach Hause bringen. Überdies gehe Rinehart davon aus, dass das, was in ihren Minen geschürft wird, nur ihr gehöre.

Rinehart kann es nicht lassen, in einem Video erklärte sie, dass die Australier sich doch flexibler für Investitionen in den Bergbau zeigen sollten, schließlich würden Afrikaner für 2 US-Dollar am Tag arbeiten. Wie Rinehart tickt, könnte sich an Rechtsstreitigkeiten mit drei von ihren vier Kindern zeigen, bei denen es natürlich um Geld und Macht geht.

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