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Die Reichen werden immer reicher

29.07.2010

Die Kluft zwischen den reichsten Amerikanern und der Mittelschicht ist zwischen 1979 und 2007 enorm angestiegen

In den USA werden, wie anderswo, die Reichen immer reicher, während die Armen, das ist die Konsequenz, zumindest relativ ärmer werden. Wenn man dem einkommensärmsten Fünftel der Bevölkerung angehört, dann hat man, so das Center on Budget and Policy Priorities auf der Grundlage der Zahlen des Congressional Budget Office (CBO), nur 16 Prozent mehr als 1979. Wenn man dem mittleren Fünftel angehört, dann verdient man 25 Prozent mehr, die Menschen aus dem reichsten Fünftel sacken hingegen 95 Prozent mehr ein.

Da steht etwas nicht mehr ausgewogen gerade, sondern in Schieflage. Die Einkommen des reichsten 1 Prozent der US-Bevölkerung mit einem Durchschnittseinkommen von 1,3 Millionen US-Dollar wuchsen – nach der Besteuerung und mit Inflationsausgleich - von 1979 bis 2007 um 281 Prozent – fast eine Million pro Haushalt -, die 16 Prozent plus für das ärmste Fünftel machen gerade einmal 2.400 US-Dollar aus. Wenn alle Haushalte gleich gewachsen wären, hätte das ärmste Fünftel 6.000 mehr verdienen müssen.

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Die Kluft zwischen den reichsten Amerikanern und der Mittelschicht ist zwischen 1979 und 2007 enorm gestiegen. 1979 hatten die ein Prozent der reichsten Amerikaner "nur" 7,9 Maal so viel wie das mittlere Fünftel der Haushalte, 2007 waren es schon 23,9 Mal so viel. Gegen über dem ärmsten Fünftel hat sich die Kluft verdreifacht. Larry Ellison von Oracle hat in den letzten 10 Jahren 1,8 Milliarden Dollar eingeheimst. Das muss man als obszön betrachten.

Zufällig finden solche einseitigen Entwicklungen nicht statt, zwangsläufig sind sie auch nicht, sondern politisch gewollt, seit einiger Zeit durch die Globalisierung begründet. Das Paradox zeigt sich daran, dass hinter dem Zuwachs an Reichtum keine Leistung steht, weil auch das Desaster hohe Einkommen garantiert. Schön ist dies daran zu sehen, dass der BP-Chef Tony Hayward nach der Öl-Katastrophe nicht etwa finanziell abgestraft zurücktritt, sondern in Sibirien einen neuen, gut bezahlten Job antritt und mit mindestens 18 Millionen Dollar Gewinn aus der Katastrophe herauskommt. Das normale Gerechtigkeitsverständnis muss hier einknicken, zumal es doch immer heißt, dass diejenigen, die hohe Risiken eingehen, auch besser bezahlt werden müssten. Aber von Verantwortung ist keine Rede.

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