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Die Reichen wurden 2010 trotz Finanzkrise weltweit reicher

01.06.2011

Die Vermögenskonzentration nimmt weltweit zu

Den Reichen scheint die Finanzkrise nicht geschadet zu haben, sie sind durch sie oder zumindest nach ihr noch reicher geworden. Und der Trend der Reichtumskonzentration hat sich weiter fortgesetzt. Ein Prozent der Haushalte besaß 2010 39 Prozent des globalen finanziellen Reichtums nach dem jährlich erscheinenden 12-77753: Bericht "Global Wealth" der Boston Consulting Group (BCG), die dafür Vermögensverwalter befragen. 2009 lag der Anteil noch bei 37 Prozent.

Allerdings geht in diese Schätzungen nur ein Ausschnitt der privaten Vermögen ein, nämlich die verwalteten Anlagen. Die Vermögen liegen also weitaus höher, wenn Immobilien oder anderen Besitz noch einbeziegen würde. Um 8 Prozent oder 9 Billionen US-Dollar wurden die Reichen im letzten Jahr reicher und haben damit 121,8 Billionen US-Dollar angesammelt, was wiederum die alte Einsicht von Karl Marx über das Kapital als geldheckendes Geld belegt:

"Der Wert wird also prozessierender Wert, prozessierendes Geld und als solches Kapital. Er kommt aus der Zirkulation her, geht wieder in sie ein, erhält und vervielfältigt sich in ihr, kehrt vergrößert aus ihr zurück und beginnt denselben Kreislauf stets wieder von neuem.G - G', geldheckendes Geld - money which begets money - lautet die Beschreibung des Kapitals im Munde seiner ersten Dolmetscher, der Merkantilisten."

Auch wenn in den USA die Schulden in die Höhe schießen, scheint dies den privaten Finanzvermögen nicht zu schaden. Hier gab es mit 5,22 Millionen Millionärshaushalten die meisten Reichen in einem Land, 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Nordamerika ist weiterhin die weltweit reichste Region, die Reichen haben hier am meisten hinzugewonnen, das Wachstum ist nur in Asien, vor allem in China und Indien, stärker. Eine Ausnahme stellt Japan dar, das schon vor der Tsunami- und Atom-Katastrophe zurückfiel.

Nach den USA und China wuchsen die privaten Finanzvermögen noch vor Deutschland am stärksten in Großbritannien. Hier schickt sich konservativ-liberale Regierung gerade an, massiv die Ausgaben zu senken, was auf Kosten der unteren und mittleren Einkommenschichten geht. Der enorme Zugewinn der Reichen würde es allerdings möglich und gerechtfertigt erscheinen lassen, deren Beitrag zum Steueraufkommen deutlich zu erhöhen. Zumal die Reichen nach der Finanzkrise wieder vermehrt Geld in riskanten Investitionen anlegen, wie Monish Kumar, Mitautor des BCG-Berichts erklärt.

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