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Taglinger klickt neben der Spur

Die Sache mit der Lampe

07.11.2012

London bekommt Strassenlaternen, die mittels iPad wartbar sind. Au ja!

Wir Jungs hatten da so einen Trick. Eigentlich hatte den der Älteste von den Ellenrieders herausgekriegt. Wenn man mit der Taschenlampe in eine bestimmte der Strassenlaternen von Linden hineinleuchtete, dann fiel mit einem Schlag die Beleuchtung des ganzen Dorfes aus. Das war für uns Jungs grossartig, hatte ein bis zwei Ohrfeigen vom Bürgermeister zur Folge und war natürlich nichts gegen das, was die Stadt London jetzt losgetreten hat. Dort setzt man nämlich den Plan um, 14.000 neue Lampen zu installieren, die mittels iPad zu steuern sind. Und nicht nur das. Die Leuchtkörper (Glühbirnen kann man ja wohl nicht mehr sagen) melden sich automatisch, sollten sie defekt oder am Ende ihrer Kräfte sein. Damit spart man sich zirka eine halbe Million GBP an Stromkosten pro Jahr. Und davon bekommt man, wir wissen das, etwa eintausend iPads von Apple.

Nun nehmen wir einfach einmal an, dass schwerlich eintausend iPads an die Jungs in den Strassen von London verteilt werden. Das wäre zwar ein Spass zu sehen, was die alles mit diesem Pad und der App dazu anstellen könnten. Aber streng genommen reicht es ja, DIE Laterne herauszubekommen, die alle anderen mit herunter reisst. Und irgend ein iPad liegt ja immer herum, um etwas zu steuern. Ach, schöne Lichtmuster, wirres An und Aus oder zumindest ein viel zu dunkles Soho wünschen wir uns zumindest an Weihnachten.

Wenn sich der Trend zur Steuerung von elektronischen und öffentlichen Geräten via iPad nicht bremsen lässt, dann freuen wir uns jetzt schon auf wirr reagierende Bahnübergänge oder das ein oder andere rot- oder weissglühende Atomkraftwerk. Gut, natürlich nur, wenn irgendjemand die auf iPads ansprechenden Sensoren hackt. Und das passiert natürlich nicht. Wir alle wissen, dass es keine Viren oder ähnliches für Apple Betriebssysteme gibt. Das lohne sich angeblich nicht.

Nein, Herr Ellenrieder, nein!

P.S.: Und dann schreibt man diesen Artikel, und danach entdeckt man das da in einer Tageszeitung. Da kann London sich aber auch mal verkrümeln, oder?

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