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Neuigkeiten aus der Welt des Klimas und der Energie

Die Zeit drängt

17.12.2012

Mehr Eigenverbrauch wird zur Zukunftsperspektive für die Photovoltaik

Diesen September waren in Deutschland 31 GW PV installiert, dass heißt, dass beim derzeitigen Zubau-Tempo in rund 4 Jahren das "Ausbauziel" von 52 GW installierter PV Leistung erreicht sein wird. Für Neuanlagen, die danach ans Netz gehen, wird es dann keine EEG-Vergütung mehr geben.

Volker Quaschning vom Fachgebiet Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Berlin erwartet deshalb, dass in den nächsten zwei, drei Jahren eine Umbruchphase eintreten wird. Bislang hätten sich die PV-Anlagen über die Einspeisevergütung finanziert, jetzt müssen zunehmend Eigenverbrauchsanlagen kommen. Unterstützt wird das durch die steigenden Kosten für Netzstrom.

Haushaltsstrom liegt ab Januar bei 27 bis 28 ct/kWh, die Kosten für Solarstrom aus neuen Anlagen betragen dagegen nur noch zwischen 11 und 17 ct/kWh. Bei solchen PV-Anlagen ohne integrierte Solarspeicher kommt man aber nur auf Eigenverbrauchsanteile von 20-30 Prozent. Um mehr von selbsterzeugtem Strom zu verbrauchen, müsste entweder der Verbrauch in die Tagesmitte verlagert - was meist wegen Abwesenheit der Bewohner nicht möglich ist – oder die Anlagen um Solarspeicher ergänzt werden. Im Wohnbereich ist damit im Sommer Autarkie und im Jahresmittel durchschnittlich 75% Eigenverbrauch erreichbar.

Nur kosten aktuelle Solarspeicher mit ihren rund 10kWh Batterien heute noch so viel wie ein Mittelklassewagen und machen Speicherstrom wieder teurer als Netzstrom. Allerdings zeichnet sich bereits ein starker Preisverfall bei den Speichern ab. Allein In den kommenden drei Jahren wird, vor allem durch die fallenden Akkupreise, mit stark sinkenden Kosten für Speicherstrom gerechnet. Betragen sie heute noch ~40 ct/kWh, sinken sie voraussichtlich bis 2015 auf rund 13,3 bzw. 16 ct/kWh. Gleichzeitig dürften sich die Kosten für Netzstrom für Endverbraucher bei einer weiteren Preissteigerung von mindestens 5% pro Jahr bis 2015 auf über 30 ct/kWh erhöht haben. Das heißt Speicherstrom ist dann wesentlich günstiger als Netzstrom.

Bild 4 Speicherstrom wird günstiger als Netzstrom.jpg
Grafik: Matthias Brake

Bei den großen PV-Anlagen ist noch etwas mehr Zeit zur Entwicklung. In seiner Studie "Energiespeicher für die Energiewende" kam der VDE vor Kurzem zum Ergebnis, dass für die Netzstabilität bis 40% EE-Anteil im Strommix zunächst gar keine Speicher nötig sind. Vorrangig sei erstmal eine flexiblere Steuerung des Kraftwerksparks einschließlich regelbarer EE-Anlagen. Mehr Speicherbedarf werde dagegen erst ab einem Ökostromanteil von 40 Prozent bedeutsam. Die Zeit bis dahin, also etwa bis 2020-2025, sollte für die Forschung und Entwicklung unterschiedlicher Speichersysteme genutzt werden.

Bei großen Anlagen setzt Quaschning dabei vor allem auf drei Entwicklungsstränge. Mehr Eigenverbrauch auch bei Großkunden, Weiterentwicklung von Power2Gas, das wegen seiner sehr großen Speicherkapazitäten interessant ist, um Sonnenenergie über Wochen oder Monate zu speichern, allerdings wegen der heute noch relativ hohen Verluste noch viel Entwicklungsbedarf hat, und drittens die Batteriespeicher mit ihren geringeren Verlusten und ihrem Einsatzbereich bei kleinen Verbrauchern mit Speichergrößen ab 2 kWh Speicherkapazität.

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