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Die Zwei

04.11.2015

"Unabhängiger Gutachter“ für britische Antiterrorgesetze hat gemeinsame Firma mit Ex-MI6-Chef

Seine Lordschaft Alexander Charles Carlile, Baron Carlile of Berriew, ist ein vielseitig talentierter Aristokrat. Als namhafter Rechtsanwalt und Mitglied des House of Lords darf er auf eine standesgemäße Karriere zurückblicken. Zwischen 2001 bis 2011 geruhte der liberale Adelige als unabhängiger Begutachter für die nach dem 11. September erlassenen britischen Antiterrorgesetze zu achten. Gegenwärtig widmet sich Lord Carlile der unabhängigen Überprüfung der Sicherheitsarrangements bzgl. Nordirland. Die Snowden-Enthüllungen bewertet der Baron als kriminellen Akt. Im Gegenteil sprechen sich Durchlaucht gegen eine Dämonisierung der Überwachung aus.

Einem Bericht des Guardian zufolge ist der Hochwohlgeborene einer der beiden ehrenwerten Teilhaber einer gewissen SC Strategy Ltd, die dem Lord das stattliche Sümmchen von £400,000 auszahlte, umgerechnet 560.892 €. Gegen das üppige Zubrot des Barons wäre wenig zu sagen, gäbe es da nicht einen gewissen Interessenkonflikt. Denn der andere Teilhaber ist kein geringerer als "M“: Agent Sir John McLeod Scarlett, der für den MI6 am Überlaufen des vielleicht wichtigsten Doppelagent Gordiewsky beteiligt war, hatte zwischen 2004 und 2009 den britischen Auslandsgeheimdienst geleitet. Zuvor hatte sich der Spionagechef allerdings das fragwürdige Verdienst erworben, einen Bericht über die angeblichen Massenvernichtungswaffen des Irak im Sinne des Kriegs zu manipulieren.

Bei solchen Freunden wie dem Spion vom Clan der McLeods verwundert es nicht, dass seine Lordschaft den Abhörern das Wort redet – mag so mancher unken. Die Zwei haben jedoch solch hässlichen Verdacht kategorisch zurückgewiesen. Ganz im Gegentum hatte die Geschäftsbeziehung zum Spionagechef natürlich auf Carliles Haltung zur Überwachung keinen Einfluss. Mindestens einmal war man allerdings mit dem einflussreichen Kabinettsmitglied Sir Jeremy Heywood dienstlich am Frühstücken.

Spannend ist vor allem das Geschäftsmodell der SC Strategy Ltd, die der bürgerlichen Versuchung einer Homepage entsagt und sich mit Informationen vornehm zurückhält. Einzig bekannter Kunde ist dem Guardian zufolge die Fußballnation Qatar, die sich deutscher Panzerlieferungen erfreut und derzeit im Jemen Krieg führt.

Der Spion ist auch in anderer Hinsicht umtriebig und verdingt sich für Investmentbanken und die Ölindustrie. Einen ähnlichen Weg schlug sein deutscher Kollege Ernst Uhrlau ein, der nach seiner Demission als BND-Präsident bei der Deutschen Bank anheuerte. Eine ähnlich spannende Zweitkarriere schlug CDU-Politiker Michael Fuchs ein, der schon mal für die von britischen Ex-Geheimdienstlern aufgezogene Hakluyt & Company arbeitet (00Fox – Das Geld ist nicht genug).

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