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Energie & Klima News
Neuigkeiten aus der Welt des Klimas und der Energie

Die räumliche Geschwindigkeit der Klimaveränderung

29.12.2009

Bis zu 1,3 Kilometer im Jahr verschiebt sich die Temperatur dank Klimawandel Richtung Pole, was zu einer Migration oder dem Wettlauf der Arten führt.

Die Klimaerwärmung vertreibt nicht nur bereits Menschen wie in Afrika, weil ihre Lebensgrundlagen vor allem durch Dürre schwinden, sondern sie führt auch dazu, dass etwa die Vegetationszeiten der Pflanzen auf der Nordhalbkugel länger werden und sich die Tiere in Bewegung setzen. Viele Tierarten von Mücken und Käfern bis hin zu Gänsen oder Hasen haben schon zu wandern begonnen. Die Lebensräume von Tieren könnten, so Wissenschaftler der California Academy of Sciences, des Carnegie Institute of Science, von Climate Central und der U.C. Berkeley, in einer Studie, die in Nature erschienen ist, jährlich um durchschnittlich 420 Meter Richtung Pole verschoben werden, um die Klimaveränderungen auszugleichen.

Allerdings variiert die globale Durchschnittsgeschwindigkeit stark je nach Topographie und Ökosystem. In bergigen Lebensräumen könne die Migrationsbewegung langsamer verlaufen, weil sich hier schnell durch geringe Höhenveränderungen neue Temperaturen einstellen, aber bei sehr flachen Ökosystemen wie Wüsten, überflutetes Grasland oder Mangrovenwälder müsste die Umsiedlung schneller erfolgen. Manchmal könnte mehr als ein Kilometer pro Jahr erforderlich sein.

Das ist eine enorme Geschwindigkeit, der sich weder alle Pflanzen noch alle Tiere anpassen können. Und es ergeben sich auch für Naturschutzreservate Probleme, da diese auch mitwandern müssten, um ihr Ziel erfüllen zu können. Nur weniger der US-Naturschutzreservate, die Wissenschaftler gehen von 0,8 Prozent aus, könnten ihrem Zweck noch mehr als 100 Jahre dienen. Weltweit seien es 10 Prozent.

Für ihre Berechnungen ist das Team von dem mittleren A1B-Szenario des IPCC für die Treibhausgasemissionen bis 2100 ausgegangen. Danach ist die Geschwindigkeit der Klimaveränderung in den tropischen und subtropischen Wäldern mit 0,08 km am langsamsten, während sie in Wüsten mit 0,71, in Mangrovenwäldern mit 0,95 und in Savannen mit 1,26 km voranschreitet. Da Pflanzen und Tiere sehr unterschiedlich mit Temperaturveränderungen zurechtkommen, betrifft der Klimawandel die Arten auch ganz verschieden. Für die Arten, die nur geringe Temperaturveränderungen ertragen, wäre die Geschwindigkeit des Klimawandels ein Taktgeber des Wettrennens und des Aussterbens. Das trifft auch zu, wenn die jeweiligen Nischen von Arten geografisch klein sind.

Da viele Lebensräume bereits durch die Einwirkung der Menschen fragmentiert sind, wird die Klimaveränderung drastische Auswirkungen haben, sofern es keine Korridore gibt, die Naturschutzgebiete miteinander verbinden und die Migrationzumindest teilweise ermöglichen. Als die Gletscher sich während der letzten Eiszeit zurückzogen, haben sich die Wälder mit der unglaublichen Geschwindigkeit von einem Kilometer pro Jahr ausgebreitet. Das wird jetzt aber wegen der Fragmentierung der Lebensräume und wegen der Geschwindigkeit, die für ein Drittel der Habitate mehr als einen Kilometer jährlich beträgt, kaum wiederholbar sein. Die Wissenschaftler ziehen aus ihrer Studie die Forderung, den Klimawandel durch Reduktion der Treibhausgasemissionen einzudämmen und zu verlangsamen.

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