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Nachrichten aus Politik und Wirtschaft

Drohnenkriege

19.02.2012

Tierschützer in den USA wollten ein Schießen auf lebendige Tauben mit einer Drohne filmen, die von verärgerten Taubenschießern aber abgeschossen wurde

Normalerweise werden Drohnen von staatlichen Sicherheitskräften eingesetzt, um Gegner zu verfolgen und eventuell zu töten oder um Grenzgebiete zu überwachen. Erst vereinzelt werden Drohnen auch von der Polizei eingesetzt, um beispielsweise Veranstaltungen oder Proteste zu beobachten. Dass Drohnen nicht in staatlichen Händen bleiben werden, hat Hisbollah bereits vor Jahren demonstriert, als sie vermutlich aus dem Iran stammende Drohnen vom Libanon aus über Israel fliegen ließen. Die israelische Luftwaffe hatte während des Libanonkriegs 2006 eine Drohne abgeschossen.

Aber es müssen nicht militärische Gegner oder Terroristen sein, die Drohnen zur Aufklärung einsetzen, ein "Drohnenkrieg" könnte auch anderweitig geschehen, wie dies ein Vorfall in den USA zeigt. Die Tierschutzgruppe SHARK (SHowing Animals Respect and Kindness) hat einen mit einer Kamera ausgestatteten Mikrokopter erworben und wollte diesen am Sonntag letzter Woche einsetzen, um ein Abschießen von lebendigen Tauben auf der Broxton Bridge Plantation in der Nähe von Ehrhardt in South Carolina aufzunehmen. SHARK setzt vor allem Videos von vermeintlichen grausamen Umgangsweisen mit Tieren ein, um dagegen zu protestieren und Tierschutz zu propagieren.

Nach Berichten versuchten Polizisten und ein Anwalt der Plantage den Start der Drohne zu verhindern. Der Gründer der Gruppe, Steve Hindi, erklärte, dass die geplante Aktion legal sei. Die Polizisten zogen wieder ab, während die Tierschützer die Drohne starteten. Sekunden später seien aus dem Wald zahlreiche Schüsse zu hören gewesen. Zuvor hätten viele Teilnehmer der Taubenschießerei die Farm verlassen, um nicht gefilmt zu werden. Die Tierschützer hatten die Aktion zuvor angekündigt.

Die Drohne wurde abgeschossen und stürzte auf die Straße, die Täter flohen in "kleinen motorisierten Fahrzeugen", so Hindi, der den Anschlag als Rache versteht, weil das "Taubenschlachten" nicht stattfand. Die Schießerei sei gefährlich gewesen, da die Schützen auf einen befahrenen Highway zielten. Der Schaden betrage nur 200-300 US-Dollar. So ähnlich könnten in Zukunft die Auseinandersetzungen zwischen denjenigen geführt werden, die mit Drohnen Einblicke erhalten wollen, und jenen, die sich zu verteidigen suchen. Und wenn die Drohnen dann auch noch bewaffnet wären ...

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