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Ein neuer eurasischer Block?

09.07.2015

Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit startet Aufnhameprozess für Indien und Pakistan

In der russischen Stadt Ufa treffen sich heute die Staats- und Regierungschefs der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). Der 2001 gegründeten Staatengruppe gehören China, Russland, Kirgisien, Kasachstan, Usbekistan und Tadschikistan an. War SCO zunächst ein lockeres Forum – ein Vorläufer war bereits 1995 gegründet worden – gegen islamistische und Unabhängigkeitsbewegungen in der Region, ist die Zusammenarbeit im Laufe der Jahre immer enger geworden. Zum Beispiel hat es seit 2005 eine Reihe gemeinsamer Manöver gegeben. Auch die ökonomische Zusammenarbeit ist inzwischen in die Agenda der Gruppe aufgenommen.

Auf dem Programm des Gipfels in Ufa steht unter anderem der Startschuss für den Aufnahmeprozess Indiens und Pakistans, die neben Iran, der Mongolei und Afghanistan zu den Dauergästen mit Beobachterstatus gehören.

Die Aufnahme der beiden könnte zum einen die langjährigen südasiatischen Rivalen, die sich seit der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahre 1947 bereits mehrere Kriege geliefert haben, einander näher bringen. Zum anderen könnte er helfen, die alten Grenzstreitigkeiten zwischen Indien und China, als auch zwischen Pakistan und Indien langfristig beizulegen. Auch könnte die Organisation vielleicht, wenn es wirklich zu einer Annäherung kommen sollte, nach Jahrzehnten von Invasion und Bürgerkrieg endlich die Situation in Afghanistan stabilisieren.

Auf jeden Fall wird in der SCO ein delikates Kräfteviereck zwischen Moskau, Beijing (Peking), Islamabad und Neu Delhi entstehen. Russland hatte nämlich, um dem wachsenden chinesischen Einfluss in Zentralasien etwas entgegenzusetzen, auf die Aufnahme Indiens gedängt, China sich hingegen lange gesträubt. Schließlich hatte man wohl eine wachsende Entfremdung Neu Delhis durch dessen Annäherung an die USA, Japan und Vietnam befürchtet und den Widerstand im vergangenen Jahr aufgegeben. Als Gegengewicht soll aber unbedingt Pakistan, Chinas langjähriger Verbündeter, mit ins Boot, während andere potenzielle Beitrittskandidaten wie Iran sich noch gedulden müssen.

Unterdessen weist ein Kommentar der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua etwaige Befürchtungen in Westeuropa oder Nordamerika zurück, die das Entstehen eines anti-westlichen Blocks sehen könnten. Dies sei Denken in Kategorien des kalten Krieges. Vielmehr solle man sich im Westen ein Beispiel an der SCO nehmen, die auf partnerschaftlicher Kooperation basiere und den Frieden in der Region als Ziel habe.

Der Kommentar macht auch deutlich, dass für China die SCO ein wichtiger Baustein für die wirtschaftliche Integration der Region ist. Die neue Asiatische Bank für Infrastrukturinvestitionen AIIB sei ein wesentliches Vehikel, das beim Auf- und Ausbau von Häfen und Eisenbahnverbindungen zwischen den Ländern helfen könne.

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