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Ernst, Peter, Guido und Lothar in geheimer Mission in Luxemburg

09.05.2013

Der Bundesnachrichtendienst war 1987 an Stay Behind-Übungen beteiligt

Einem Telepolis vorliegenden Dokument des Luxemburger Ministère d´état vom März 1980 zufolge, das mit „très secret“ gekennzeichnet ist, war Deutschland in Luxemburg an zwei Übungen des Netzwerks „Stay Behind“ beteiligt.

Das Dokument berichtet über die Planung eines Treffens hochrangiger Vertreter von NATO und nationalen Verantwortlichen von Stay Behind vom Juni 1987, an dem insgesamt 29 Personen aus 10 NATO-Ländern teilnehmen sollten. Es enthält sogar Vorschläge für die Sitzordnung nebst einer Skizze. Den Vorsitz führten demnach „Secretary“, „Chairman“ und „Shape“ (vermutlich ist mit "Shape" der Supreme Allied Commander Europe gemeint). Unter Zuhilfenahme eines Overheadprojektors besprach man dort eine Übung auf Luxemburger Boden, bei der Material „infiltriert“ und „exfiltriert" werden sollte.

Bei den Übungen ging es um Geheimtransporte auf dem Luftweg, bei denen Luxemburg, das selbst keine Luftstreitkräfte besitzt, mit klandestinen italienischen und deutschen Diensten kooperieren sollte. Das Material sollte in Luxemburg aus der Luft abgeworfen und am Boden über die deutsche Grenze transportiert werden. Im Falle einer kommunistischen Besetzung wäre auf diese Weise Nachschub für eine von Stay Behind zu organisierende Widerstandsbewegung geliefert worden. Die Geheimen aus Deutschland waren durch vier Mann vertreten, die unter den Namen „Ernst“, „Peter“, „Guido“ und „Lothar“ gelistet sind. Den Gepflogenheiten des BND entsprechend dürfte es sich um Tarnnamen handeln.

Die nunmehr aktenkundige Kooperation zwischen dem Luxemburger Geheimdienst SREL und dem deutschen BND in Sachen Stay Behind passt zu den Aussagen des Zeugen Andreas Kramer, der unter Eid vor einem Luxemburger Gericht aussagte, sein letztes Jahr verstorbener Vater habe als BND-Mann mit dem damaligen SREL-Chef sowie mit italienischen Gladio-Leuten Aktionen koordiniert. Darüber hinaus behauptet Kramer, sein Vater habe Anschläge koordiniert, um die Kommunisten in Misskredit zu bringen und hierdurch die Bevölkerung auf einen Rechtsruck einzuschwören. Kramer senior habe nicht nur die Luxemburger Bombenserie, sondern auch das Oktoberfest-Attentat zu verantworten.

Korrektur: Das geheime Treffen war für 1987 geplant, nicht, wie in einer früheren Version dieses Textes angegeben, für 1980.

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