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Neuigkeiten aus der Welt des Klimas und der Energie

Es liegt was in der Luft

20.01.2013

EU erklärt 2013 zum Jahr der Luft, Ruß zweitstärkster Auslöser von Treibhauseffekt nach CO2, Luftschadstoffe verursachen 15 mal mehr Tote als der Straßenverkehr

Laut EU sterben europaweit jährlich 420.000 Menschen an den Folgen von Feinstaub, 65.000 davon in Deutschland. EU-Umweltkommissar Janez Potocnik hat 2013 deshalb zum " Jahr der Luft" erklärt. Luftschadstoffe beeinträchtigen nicht nur die Lebensqualität, sondern schädigen auch die Umwelt. So überfrachten Stickstoffverbindungen zwei Drittel aller Naturschutzgebiete mit Nährstoffen und stören so deren biologisches Gleichgewicht. Die Kommission fordert eine Minderung der Emissionen und will entsprechende Gesetzesvorschläge noch in diesem Jahr vorlegen. Janez Potocnik: "Viele denken bei Verbessern der Luftqualität nur an Kosten. Doch saubere Luft senkt die Zahl an Krankheitstagen sowie die Ausgaben für das Gesundheitssystem. Wir haben das alles analysiert, gegeneinander abgewogen und sind zum Schluss gekommen, Investitionen in bessere Luft lohnen sich auch wirtschaftlich."

Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) hat nachgemessen, wer denn die Verursacher der Feinstaub-Emissionen sind. Ergebnis: der Verkehr mit 57 %, die Kleinfeuerungen mit 16 %, die Industrieanlagen mit 12 %, die landwirtschaftliche Viehhaltung mit 12 %, der Umschlag staubender Güter mit 2 % und die Ackerlandbewirtschaftung mit 1 %. Der hohe Beitrag des gesamten Verkehrs von 57 % ist die Summe von rund einem Viertel (24 %) direkter Auspuffemissionen des Straßenverkehrs, knapp einem Fünftel (19 %) aus dem Straßenverkehr resultierender Aufwirbelungen und aus weiteren 14 % von dieselbetriebenen Offroad-Fahrzeugen sowie dem Schienen-, Flug- und Schiffsverkehr.

Besonders der Ruß ist jetzt in Hinblick auf seine Treibhauswirkung neu bewertet worden. Lange war umstritten, ob Rußpartikel den Klimawandel überhaupt beschleunigen. Doch bereits im Jahr 2011 warnte das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (Unep) in seiner Studie "Integrated Assessment of Black Carbon and Tropospheric Ozone" vor den Folgen des Ausstoßes von Dieselruß.

Ein internationales Team von 31 Wissenschaftlern veröffentlichte jetzt im "Journal of Geophysical Research" seine Ergebnisse, wonach der Einfluss der Rußteilchen auf den Klimawandel etwa doppelt so hoch ist, wie bisher angenommen. Ruß hat so den weltweit zweitgrößten Treibhauseffekt nach Kohlendioxid. Ruß entsteht bei der unvollständigen Verbrennung von Brennstoffen wie Öl, Holz oder Dung. Winde tragen den Ruß um den Globus. Dabei absorbieren die dunklen Partikel schon in der Luft Sonnenlicht und heizen so die Luft um sich herum auf. Setzen sich die Partikel ab, tragen sie zur Erwärmung des Untergrunds, und auf Eis, zur beschleunigten Eisschmelze bei. Eine Verringerung des Rußausstoßes könnte die globale Erwärmung um ein halbes Grad senken, so die Forscher.

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