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Europawahl-Umfrage sieht den Front National als stärkste Partei Frankreichs

10.10.2013

Die rechtsextreme Partei gewinnt bei alten Wählern und den Anhängern der PS an Zuspruch

Zwar werden, anders als sonst üblich, diesmal die Schwächen der Ifop-Umfrage herausgestellt, aber das dürfte den Schreck im Lager der etablierten Parteien kaum lindern.

Denn die Umfrage zeigt, so kommentiert der Nouvel Observateur, der sie in Auftrag gegeben hat, "eine neue Wirklichkeit des politischen Lebens in Frankreich". Die sieht die rechtsextreme Partei mit 24 Prozent als stärkste Partei vor der konservativen UMP (22 %) und den Sozialdemokraten (19 Prozent). Gefragt wurde danach, welcher Parteiliste die Umfrageteilnehmer aus einer Stichprobe mit 1.893 Wahlberechtigten bei der Europawahl die Stimme geben wollen.

Platz eins für den FN, das gabs noch nie bei einer landesweiten Umfrage, heißt es im Kommentar. Würde sich dieser Trend bei der Wahl im Mai nächsten Jahr bestätigen, so wäre der FN nicht länger am Rand, sondern im Zentrum des politischen Spiels. "Die Partei würde nicht mehr nur die Spielkarten durcheinanderbringen und Verwirrung stiften, sondern sie ausspielen. Das ändert alles."

Der Zuwachs an Popularität für den FN wird schon seit längerem registriert - und nicht nur von den Ifop-Umfragen, wo der FN die einzige Partei ist, die seit vier Monaten zulegt. Besonders zu denken geben muss der Trend dem PS, den Sozoialdemokraten. Obwohl auch die linke Front mit ihrer Führungspersönlichkeit Jean-Luc Mélenchon, der sich ein Profil als Gegner Le Pens aufgebaut hat, an Popularität in Umfragen verliert, wie übrigens auch die Grünen, sind die Sozialdemokraten laut Umfragen diejenigen, die hauptsächlich ihre Wähler an die rechte Partei abgeben.

Der Front National, der mit bieder und eng geknöpften nationalen Auffassungen, getragen von geschickt kommunizierter Fremdenfeindlichkeit, für ein seltsames Vitrinenbild von Frankreich wirbt - und mit seinem Imagerelaunch unter Marine LePen die Schläger und rechtsextremen Schreihälse in den Hintergrund zu drängen vermochte, trifft vor allem bei den älteren Wählerschichten auf viel Zuspruch. Und bei vielen, die noch für Francois Hollande als Präsidenten stimmten.

Dass dessen Innenminister Manuel Valls immer deutlicher xenophobe Töne anklingen lässt und eigentlich nicht von einem Innenminister harten, konservativen Zuschnitts zu unterscheiden ist, ist ein anderes Indiz für den Rechtsruck, in dem sich Frankreich befindet. Dass die UMP mit Copé und Fillon dort weitermacht, wo schon Srakozy die Wähler des FN abfangen wollte, gehört auch in dieses Bild.

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