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Science News
Nachrichten aus der Wissenschaft

Evolution, nein danke!

18.01.2014

Erstaunlich viele Menschen in den USA glauben weiterhin, dass die Menschen und Tiere schon von Anbeginn so waren, wie sie jetzt sind

Die USA sind weiterhin God's own country. Obgleich noch immer das führende Wissenschaftsland verweigern sich weiterhin erstaunlich viele Menschen aus Gründen der Religion wissenschaftlich akzeptierten Theorien. Nur gut, dass heute die christlichen Kirchen nicht mehr wie einst in der Neuzeit ihre der Bibel entlehnte Weltsicht mit Folter und Verbrennung sowie Zensur durchsetzen können.

Weiterhin sind nach einer Pew-Umfrage von Erwachsenen über 18 Jahren 33 Prozent der US-Amerikaner überzeugt, dass die Menschen in der jetzigen Form seit Anbeginn gelebt und sich nicht über die Zeit hinweg entwickelt haben. Dem hängen am stärksten die Evangelikalen (63%) an. Evolutionstheorieverweigerer finden sich auch am meisten bei den Republikanern. Bei diesen hat sich sogar die Ablehnung der Evolution verstärkt. Waren 2009 noch 54 Prozent der Republikaner der Meinung, dass sich die Menschen entwickelt haben, sind es jetzt nur noch 43 Prozent. Bei den Demokraten und Unabhängigen gehen jeweils Zweidrittel von der Evolution aus.

Nur 32 Prozent vondenjenigen, die von einer Entwicklung des Menschen ausgehen, sagen, dass die Evolution durch "natürliche Prozesse wie der natürlichen Selektion" vorangetrieben wird. 24 Prozent sind dennoch strenge Bibelgläubiger und meinen, dass "ein göttliches Wesen die Evolution des Lebendigen mit dem Zweck gelenkt hat, Menschen und andere Lebensformen in der heute existierenden Form zu erschaffen". Man sieht sich also lieber als gewolltes Produkt eines Schöpfers und nicht als Ergebnis eines nur durch natürliche Regeln gesteuerten Prozesses.

Selbst bei den Tieren ist die Haltung ähnlich. 32 Prozent streiten ab, dass die Tiere sich entwickelt haben, und sagen, sie seien schon von Anbeginn so gewesen, wie sie jetzt sind. Zu den Evolutionsverächtern gehören mehr Frauen (38%) als Männer (28%). Zwar steigt die Ablehnung der Evolution, eigentlich einer Veränderung des Menschen oder der Tiere, mit zunehmenden Alter an, aber auch 27 Prozent der 18-29-Jährigen glauben, dass die Menschen schon immer so waren, bei den Über-65-Jährigen sind es 36 Prozent. Selbst 24 Prozent der Hochschulabgänger gehen nicht von der Evolution aus, auch wenn 72 Prozent der Überzeugung sind, dass der Mensch sich über die Zeit hinweg entwickelt hat. Das sagen bei den Menschen, die höchstens einen High-School-Abschluss haben nur 51 Prozent.

Man muss davon ausgehen, dass die Menschen, die jede Entwicklung in der Vergangenheit abstreiten, dies auch für die Zukunft machen. Sie verteidigen eine stillgestellte Welt, in der alles so bleiben soll, wie es jetzt ist. Und sie wünschen, dass ein Gott alles lenkt. Vermutlich werden sie auch davon ausgehen, dass sie irgendwie auserwählt sind, als von Gott Verdammte dürften sie sich nicht verstehen. Das sind immer die Anderen.

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