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Nachrichten aus Kultur und Medien

Ex-Geheimdienstchef hatte Angst vor furchteinflößender Aura

20.12.2012

Ludwig Holger Pfahls Opfer gemeiner Bestechung

Der im Biotop des BND sozialisierte Ex-CSU-Politiker Ludwig Holger Pfahls, der von 1985 bis 1987 den Inlandsgeheimdienst Bundesamt für Verfassungsschutz leitete und danach als Rüstungsstaatssekretär fungierte, wurde gestern vor dem Augsburger Landgericht als Zeuge im Prozess gegen den Rüstungslobbyisten Karlheinz Schreiber gehört. Schreiber wird vorgeworfen, //www.faz.net/aktuell/politik/inland/schreiber-prozess-pfahls-berichtet-ueber-bestechungsversuche-11934310.html: sein Schmiergeld nicht versteuert zu haben. Pfahls räumte ein, im Zusammenhang mit Rüstungsgeschäften der Regierung Kohl bis 1992 gegenüber Schreiber den Schlapphut aufgehalten zu haben. Strafverfolgung wegen des Vorwurfs der Bestechlichkeit muss Pfahls nicht mehr befürchten, da solches verjährt wäre. Schreiber und Pfahls verbindet, dass beide sich lange und spektakulär dem Zugriff der Behörden entzogen. Pfahls tauchte als alter Geheimdienstler standesgemäß unter; Schreiber lachte und grantelte aus dem kanadischen Exil, wo er sich vor Auslieferung sicher wähnte.

Wie die FAZ berichtet, will Pfahls unter Seelenqual bestochen worden sein. Er habe einfach Angst gehabt, was Schreiber mit ihm machen könne, wenn er nicht so reagiere, wie Schreiber sich das vorstelle. Beim Versuch, sich „aus diesem Gestrüpp“ zu lösen, sei Schreiber grob geworden. Dieser könne über Leichen gehen. Einem Bericht der Augsburger Allgemeinen Zeitung zufolge sei Pfahls eine Geschichte in Erinnerung geblieben, wie Schreiber als Zwölfjähriger ein Feuerwehrauto hergeben sollte und es stattdessen kaputtgetrampelt habe. Schreiber umgebe, so Pfahls, eine „furchteinflößende Aura“.

Tatsächlich kommt es im Umfeld von Waffenhändlern und bestechlichen Politikern gelegentlich zu unnatürlichen Todesfällen. So wurde der hessische Wirtschaftsminister Heinz-Herbert Karry (FDP) 1981 unter bis heute ungeklärten Umständen erschossen, dem unter anderem der Export einer Waffenfabrik in das Krisengebiet des Nahen Ostens vorgeworfen wurde. Auch der in dubiose Waffengeschäfte verstrickte Politiker Uwe Barschel (CDU) lebte 1987 unerwartet ab. Barschel hatte seinerzeit „auspacken wollen“ und angekündigt, „Bonn werde wackeln“. Auch Schreiber hatte 2009 angekündigt, „auszupacken“ und die „Republik zu erschüttern“.

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