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Fall Mollath: Besondere Bekanntschaften

13.04.2013

Nach einem Zeitungsbericht war Richter Brixner mit dem jetzigen Mann von Mollaths Ex-Frau bekannt

Der Fall des in der Psychiatrie eingesperrten Nürnbergers Gustl Mollath ist für die bayerische Justiz ein wenig rühmliches, unangenehmes Thema. In einer seiner Stammtisch-Sendungen Anfang April schlug Helmuth Markwort seinem Gast, Justizministerin Merk, vor, lieber über das Wetter als über den Fall zu reden. Sie stimmte zu (siehe Gericht zieht Überprüfung der Unterbringung vor).

Für die interessierte Öffentlichkeit ist die Justizsache, die nicht nur ausgewiesenen Kritikern zu erheblichen Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit über den besonderen Fall hinaus ( "leider kein Einzelfall der lautlosen politischen Disziplinierung") Anlass gegeben hat, zum Garant für beachtliche Wendungen - Staatsanwaltschaft beantragt Wiederaufnahme - und Enthüllungen geworden, die seltsame Verbindungen offenlegen.

Zu den Merkwürdigkeiten, die ins Licht der Öffentlichkeit gerieten, gehören schwer zu durchschauende Zuständigkeiten. So gelangte der Fall 2005 an die 7. Strafkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth, obwohl diese Strafkammer in den Jahren 2003 bis 2005 "eigentlich gar nicht für Mollath zuständig war". Interessant ist das deshalb, weil der Richter der 7.Strafkammer, Otto Brixner, unter Staatsanwälten als hart bekannt war, so der Rechtsanwalt, der Mollath vertritt (siehe dazu Schanzte Richter Eberl den Fall Mollath rechtswidrig dem "harten Hund" Brixner zu?).

Den Ruf bestätigte Brixner in der Verhandlung laut Zeugen, die sich von seinem Ton in der Verhandlung schockiert waren. Der damalige Schöffe, ein ehemaliger Klinikdirektor, äußerte ebenfalls starke Kritik an der Art, wie Brixner die Verhandlung führte und Mollath befragte.

Heute veröffentlicht die Süddeutsche Zeitung ein neues Detail, das gut in die Reihe der bislang aufgetauchten Besonderheiten passt: Demnach war der Richter Brixner ein "alter Handballfreund des heutigen Ehemannes von Mollaths früherer Frau". Angesichts dessen, dass die Beschuldigungen seiner Ex-Frau zur Anklage Mollaths geführt hatten, ist dies bemerkenswert. Im SZ-Bericht heißt es: "Mollath hatte versucht, dem Gericht ein Motiv darzulegen, weshalb ihn seine Frau falsch beschuldigen könnte. Er fand kaum Gehör."

Wie das Leben zufällig so spielt? Der mittlerweile pensionierte Richter Brixner wird mit der Aussage wiedergegeben, dass er 1980 Handballtrainer des jetzigen Ehemanns von Mollaths geschiedener Frau war. Danach habe er jedoch keinen Kontakt mehr zu dem Mann gepflegt. Mehr wollte Brixner der Zeitung gegenüber nicht äußern.

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