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Fall NSU: 20-jährige Zeugin stirbt

30.03.2015

Die junge Frau sagte erst vor kurzem vor dem Untersuchungsausschuss aus und ist die dritte Zeugin im NSU-Fall, die gestorben ist

Eine 20-jährige Frau, die Anfang März vor dem NSU-Untersuchungsausschuss des Stuttgarter Landtages ausgesagt hat, ist tot. Sie starb am Samstag. Ihr Lebensgefährte fand die Frau mit einem Krampfanfall in ihrer Wohnung vor, wie aus Medienberichten hervorgeht.

Bei der 20-Jährigen handelt es sich um die ehemalige Freundin von Florian H., der 2013 in Stuttgart in seinem Fahrzeug verbrannte. Die junge Frau hatte in einer nichtöffentlichen Sitzung des Untersuchungsausschusses ausgesagt, da sie sich bedroht fühlte. Laut Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft und des Polizeipräsidiums Karlsruhe, soll die Frau an einer Lungenembolie gestorben sein, die sich durch einem leichten Motorradunfall ergeben habe:

"Am Dienstagabend suchte die 20-Jährige ein Krankenhaus auf und ließ sich hier ambulant versorgen. Zwei Tage später stellte sie sich ihrem Hausarzt vor. Beide Male wurde durch die Ärzte Thrombosevorsorge betrieben. Dennoch dürfte sich aus dem unfallbedingten Hämatom im Knie ein Thrombus gelöst und letztlich die Embolie verursacht haben. Anzeichen für eine wie auch immer geartete Fremdeinwirkung haben sich bei der Obduktion nicht ergeben."

Wolfgang Drexler (SPD), der Vorsitzende des NSU-Untersuchungsausschusses, geht davon aus, dass die Schilderungen von Polizei und Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit dem Tod der 20-Jährigen keinen Anlass zum Zweifel bieten, berichtet SWR.de.

Bei Florian H., dem Ex-Freund der 20-Jährigen, ergab die Obduktion damals Selbstmord.
An dem Tag seines angeblichen Selbstmordes sollte H. gegenüber dem Landeskriminalamt als Zeuge aussagen. H. soll zuvor geäußert haben, er wisse, wer für den Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter verantwortlich ist. Die Umstände des Todes von H. sind bis heute mysteriös.

Am Tag vor seinem Tod, schreibt die taz, fuhr H. von seiner Heimatstadt Eppingen nach Geradstetten. Dort besuchte H. ein Ausbildungszentrum für Baufacharbeiter. In Geradstetten sollte H. sich auch an jenem 16. September um 17 Uhr mit dem LKA treffen:

"Doch Heilig blieb nicht in Geradstetten. Am Montagmorgen stand sein Fahrzeug vielmehr 20 Kilometer entfernt in Stuttgart, am Rande des 'Cannstatter Wasens', eines großen Festplatzes. Gegen neun Uhr näherte sich ein Radfahrer, sah eine Stichflamme im Fahrzeug und wie der Wagen schnell lichterloh Feuer fing. Im Auto saß Florian Heilig und verbrannte. Die Polizei sprach schon am nächsten Tag von einer Selbsttötung. Heilig habe im Fahrzeug wohl Benzin ausgeschüttet und dann selbst angezündet. Das Motiv liege vermutlich 'im Bereich einer persönlichen Beziehung'."

Anfang März sagte auch der Vater von Florian H. im NSU-Untersuchungsausschuss aus. Der Vater hat bei seinen Aussagen schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhoben. Demnach haben die Beamten von Anfang an einen Suizid geglaubt und diese Theorie nie mehr hinterfragt.

Neben Florian H. und der nun verstorbenen 20-Jährigen, kam im April 2014 auch ein ehemaliger V-Mann des Verfassungsschutzes ums Leben. Der V-Mann, der unter dem Decknamen Corelli geführt wurde, starb angeblich an einer nichterkannten Diabeteserkrankung in seiner Wohnung.

Plötzliches Zeugensterben ist bisweilen jedoch nicht ungewöhnlich. Im Fall des belgischen Kinderschänders Marc Dutroux kamen laut einer Dokumentation des ZDF 27 Zeugen ums Leben.

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