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Fatwas gegen Terrororganisation IS

02.09.2014

Diverse islamische Theologen haben sich mit religösen Bannsprüchen gegen die in Syrien und Irak wütenden Anhänger des "Islamischen Staats" gewandt.

Wie die britische Zeitung Guardian berichtet, haben sechs führende muslimische Gelehrte des Landes eine Fatwa gegen die Organisation "Islamischer Staat" (IS) erlassen. Darin werden alle Briten, die IS-Zellen angehören oder mit diesen verbunden sind als "Häretiker" bezeichnet.

Die indische Hindustan Times schreibt etwas ausführlicher über das Edikt. Demnach werde Isis als "tyrannisch und unterdrückerisch" bezeichnet. Alle Molsems seien verpflichtet, die "giftige Ideologie" des IS zu bekämpfen.

Britische und andere EU-Bürger sind an die Verpflichtungen gebunden, die sie nach der islamischen Theologie und Rechtsprechung gegenüber ihren Heimatländern haben. Es ist daher verboten (haram), nach Syrien zu reisen und dort mit einer der Parteien zu kämpfen.
Britische Fatwa

Auch in anderen Ländern wurden Fatwas gegen IS erlassen. Über eine Verfügung indonesischer Geistlicher wurde auf Telepolis bereits berichtet. Ähnliche Nachrichten über Fatwas gegen IS finden sich im englischsprachigem Internet aus dem indischen Bundesstaat Kerala, aus Ägypten, aus Jordanien (dort vor allem von der salafistischen Konkurrenz) und aus dem Umkreis von al Qaeda.

Auch die International Union of Muslim Scholars hat die Vertreibung der Christen aus dem Nordirak verurteilt. IS verletze damit, wie auch mit der Ausrufung eines Kalifats, islamisches Recht. Vorsitzender der Union ist der in Katar lebende Sheikh Youssef al-Qaradawi, der laut Wikipedia ansonsten nicht gerade zu den Gegnern der Militanz zählt und Adolf Hitler für "eine gerechte Strafe Allahs für die Juden" hält.

Harsche Kritik an der IS kommt auch von der Organisation für Islamische Zusammenarbeit. Nach einem Bericht von Radio Vatikan verurteilte Iyad Ameen Madani, Generalsekretär der Allianz, der 57 Staaten angehören, die Vertreibungen unter Todesandrohung als "Verbrechen, das nicht toleriert werden könne". IS habe "nichts mit dem Islam und seinen Prinzipien zutun, die Gerechtigkeit, Freundlichkeit, Fairness, Glaubensfreiheit und Koexistenz verlangen".

In einer weiteren Erklärung hatte Madani Ende vorletzter Woche die Ermordung des US-amerikanischen Journalisten James Wright Foley verurteilt und die Einberufung einer internationalen Konferenz zur Bekämpfung der IS gefordert. Auf dieser solle auch über die Gründe gesprochen werden, die das Erstarken IS ermöglicht haben. Madani sieht diese vor allem in der "Zersplitterung der politischen, administrativen, bürgerlichen und sozialen Institutionen in Folge der US.amerikanischen Besatzung".

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