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Fed-Präsident deutet weiteres Quantitative Easing an

18.10.2014

James Bullard, Chef der St. Louis Federal Reserve Bank, fordert Unterbrechung des "Tapering", sollten "die Märkte recht behalten und sich für die US-Wirtschaft hier etwas Ernsteres andeuten"

Besonders stark dürften die Nerven der US-Notenbanker aktuell nicht sein. So reichte dem Präsidenten der St. Louis Federal Reserve Bank, James Bullard, ein Minus von knapp zehn Prozent des US-Leitindex S&P 500, um das gerade erst nahende Ende des Anleihenkaufprogramms der US-Notenbank ("Quantitative Easing") bereits wieder in Frage zu stellen.

Nun hatte die Fed das Auslaufen des Programms zwar bereits vor mehr als einem Jahr angekündigt. Nachdem sich die Fed- Gouverneure bei ihrem Treffen Anfang September aber darauf geeinigt hatten, im November ein letztes Mal 15 Milliarden Dollar auszugeben und das Programm daraufhin einzustellen, hatte der S&P 500 den stärksten Einbruch seit Sommer 2011 gezeigt.

Das hatte an den Finanzmärkten die Befürchtung aufkommen lassen, der jüngste Kurshöhepunkt von 2011,36 Zählern markiere das absolute Top des aktuellen Finanzzyklus, der daher jetzt in eine bittere Absturzphase eintrete. Dabei dient der Index den Finanzmärkten traditionell als Gradmesser für die globale Risikoneigung; und das offenbar zu recht, da in den vergangenen sechs Wochen die Preise so gut wie aller mit Risiken behafteten Finanzanlagen weltweit erheblich eingebrochen sind.

Letzten Donnerstag ging Bullard allerdings mit einer Aussage an die Öffentlichkeit, die man gerade von ihm so eher nicht erwartet hätte. Denn gerade erst vor einer Woche hatte er damit aufhorchen lassen, dass er sich mit den Null-Zinsen "unwohl" fühle, sofern Beschäftigung und Wachstum weiter zulegen würden.

"Die Inflationserwartungen gehen zurück und das ist etwas, an dem eine Notenbank nicht vorbei gehen kann"

Das hatte sofort zu weiteren Einbrüchen an der Wall Street geführt, die Bullard wenige Tage später mit einem weiteren Statement anscheinend wieder wettzumachen versuchte. Dabei hielt er seine Prognose von drei Prozent BIP-Wachstum (auf Jahresbasis) im 2. Halbjahr für die USA zwar weiter aufrecht. Er äußerte sich aber besorgt, weil das Inflationsziel der Fed von zwei Prozent bereits seit mehr als zwei Jahren nicht erreicht werde und die Markterwartung der künftigen Inflationsrate gerade weiter zurückgegangen sei:

Die Inflationserwartungen gehen zurück und das ist etwas, an dem eine Notenbank nicht vorbei gehen kann. Wir müssen sicherstellen, dass sich die Inflationserwartungen in der Nähe unserer Zielvorgaben bewegen. Deshalb halte ich es für vernünftig, dass die Fed die Klausel anwendet, die festlegt, dass der allmähliche Rückzug ("taper") aus dem Kaufprogramm abhängig von der Datenlage sei und in dieser Situation folglich unterbrochen werden könnte. Kommen die Daten also so gut herein, wie erwartet, könnten wir die Käufe im Dezember einfach einstellen. Wenn die Märkte aber recht haben, und es deutet sich für die US-Wirtschaft hier etwas Ernsteres an, dann hätte das (Fed)-Komitee in dieser Situation die Möglichkeit, das Programm wieder hochzufahren.

An den Finanzmärkten wurden die Aussagen Bullards, die den ersten deutlichen Hinweis eines Fed-Präsidenten auf weitere Fed-Anleihenkäufe darstellte, jedenfalls wohlwollend registriert. Aber obwohl der Index von seinem Tiefststand bis zum Wochenende schon wieder rund 60 Zähler gutgemacht hat, fehlen für eine Rückkehr zum langjährigen Aufwärtstrend aktuell jedenfalls noch immer rund 100 Punkte.









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