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Nachrichten aus Politik und Wirtschaft

Flexible Arbeitszeiten oder Heimarbeit für alle Angestellten

12.11.2012

Die britische Regierung will, um Arbeitsplätze vor allem für Frauen familienfreundlicher zu machen, flexible Arbeitszeiten zur Norm machen

Die britische Regierung will die Arbeitsgesetze verändern, damit alle Angestellten ein Recht auf flexible Arbeitszeiten erhalten. Vize-Regierungschef Nick Clegg von den britischen Liberaldemokraten wird morgen die Vorschläge bekannt machen, mit denen familienfreundliche Arbeitsverhältnisse zur Norm werden sollen.

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Zwar können schon jetzt auch Eltern flexible Arbeitszeiten oder Heimarbeit vom Arbeitgeber verlangen, aber dies würde oft nicht gemacht, vor allem nicht von Vätern, weil dies zu einem Stigma führen könnte. Mütter hingegen würden von starren Arbeitszeiten abgehalten, an den Arbeitsplatz zurückzukehren, obgleich sie mittlerweile oft besser ausgebildet sind und auch eher eine Universitätsausbildung abschließen. Clegg beruft sich auf eine Studie, nach der Frauen nach der Geburt von Kindern auch wegen der hohen Betreuungskosten zu arbeiten aufhören oder nur eine geringer qualifizierte, schlechter bezahlte Stelle finden.

Um Flexibilität zu ermöglichen und eine Stigmatisierung zu vermeiden, soll nun ab 2014 allen Angestellten, die länger als 26 Wochen bei einem Arbeitgeber beschäftigt sind, als Recht ermöglicht werden, Heimarbeit zu machen, Arbeitsstunden zu reduzieren oder eben die Arbeitszeit flexibel zu organisieren: "Indem jeder das neue Recht hat, wird dies helfen, eine kulturelle Veränderung am Arbeitsplatz voranzutreiben. Und es wird auch anderen Verwandten, den Großeltern oder engen Familienfreunden möglich sein, ihre Arbeitsweisen zu ändern, um bei der Kinderbetreuung zu helfen."

Weil dieses Recht auf flexible Arbeitszeiten erwartbar nicht allen Unternehmen gefallen und manchmal nicht einfach umzusetzen zu sein wird, versichert Clegg, dass die Veränderung letztlich gut fürs Geschäft sein wird: "Die Unternehmen werden in der Lage sein, ihre besten Angestellten zu behalten. Und es ist gut für unsere Wirtschaft: eine moderne Belegschaft ist eine flexible Belegschaft." Nur dürfte die vom Unternehmen erwünschte Flexibilität wohl nicht unbedingt mit der vom Angestellten verlangten harmonieren.

Zudem soll ab 2015 auch ein gemeinamer Mutter- und Vaterschaftsurlaub eingeführt werden. Und um eine bessere Kinderbetreuung zu ermöglichen, sollen die Betreiber von Horten mit Steuergeldern unterstützt werden wie Maria Miller, die Gleichstellungsministerin, ankündigen wird. Die hohen Kosten für Kinderbetreuung gelten als wesentliches Hindernis für Frauen, nach der Geburt wieder in das Arbeitsleben zurückzukehren.

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