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Frauen verzichten auf Karriere

12.08.2010

Studie: Doppelbelastung von Beruf und Familie für 51 Prozent der Mütter und 30 Prozent der Männer zu groß

Es ist ein klassischer Verzicht, den jeden zweite Frau laut einer aktuellen Umfrage der Bertelsmann-Stiftung leistet. Auf 51 Prozent beläuft sich der Anteil unter den Frauen, die den Verzicht auf einen Karrierewunsch mit der Doppelbelastung durch Familie und Beruf begründeten. Sie hätten die entsprechenden Wünsche aufgegeben oder ändern müssen, weil die Doppelbelastung "zu groß gewesen war oder ist".

Nur 30 Prozent der Männer gaben dagegen die schwierige, bzw. sogar unmögliche Vereinbarkeit von Familie und einer bestimmten Berufsausübung als Grund für ihren Verzicht an. Der Anteil von Frauen und Männern, die sich wegen der Familie ihre beruflichen Grenzen eingestehen mussten, lag insgesamt bei 40 Prozent. Die Grundgesamtheit der von Emnid im Juni dieses Jahres durchgeführten Befragung lag bei 1029 repräsentativ ausgewählten Frauen und Männern.

Dass Frauen sehr viel stärker als Männer als vornehmlich für Familie und Haushalt zuständig empfunden werden, spiegelt sich auch in der Einschätzung der beruflichen Chancengleichheit durch die Befragten wieder. Beinahe zwei Drittel meinten, "dass Frauen und Männer nicht die gleichen Chancen haben, Karriere zu machen". Neunzig Prozent sahen Frauen durch "Familie und Beruf" benachteiligt.

Die Chancengleichheit wird von beiden Geschlechtern freilich ganz unterschiedlich wahrgenommen. Über 40 Prozent der Männer (43%) gibt sich davon überzeugt, dass sie schon verwirklicht ist. Wohingegen 24 Prozent der Frauen anderer Ansicht sind. Hier gibt es auch Unterschiede in der Beurteilung bei verschiedenen Altersgruppen. Ein großer Anteil der Unter-30-Jährigen, nämlich 45 Prozent, sind hoffnungsvoll, dass die Karrieremöglichkeiten zwischen Frauen und Männern gerecht verteilt sind; bei der Generation zwischen 50 und 60 sieht dies offensichtlich nur ein Viertel durch eigene Erfahrung bestätigt. Dass es in der Realität auch eine Rolle spielt, wie die Chancen in unterschiedlichen Branchen und Berufsfeldern verteilt sind, wird in der Untersuchung nicht reflektiert. Sie ist an den großen, eher pauschalen Fragestellungen interessiert.

"Vermeintlich 'typische', den Frauen zugeschriebene Eigenschaften" würden bei der Benachteiligung nur von Minderheiten genannt, heißt es in der Zusammenfassung der Ergebnisse: "14 Prozent gaben an, dass 'Frauen oft nicht ausreichend qualifiziert' sind, 19 Prozent geben an, sie seien 'weniger durchsetzungsstark', und 37 Prozent sind der Auffassung, 'Frauen sind weniger machtbewusst'."

Allerdings traten auch hier sehr unterschiedliche Einschätzungen und daraus gezogene Schlüsse zutage. Während ein größerer Anteil der Frauen (43 %) "geringeres Machtbewusstsein" als Grund für Benachteligungen nennen, shen das nur 30 Prozent der Männer so. Als Mittel, um mehr Chancengleichheit zu gewährleisten, hält eine große Mehrheit der Frauen - 60 Prozent - eine Frauenquote in den Betrieben für sinnvoll; bei den Männern sind dies 41 Prozent.

Einig ist sich die Mehrheit aber darüber, dass sich Beruf und Familie in Deutschland schlecht vereinbaren lassen - "64 Prozent der Befragten in Haushalten mit Kindern unter 14 Jahren sind dieser Meinung und 62 Prozent der Erwerbstätigen". Die starke Frau im Haus Bertelsmann, Liz Mohn, appellierte an die Gesellschaft, dass sie "auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf noch viel mehr Wert legt als bisher."

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