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Kultur & Medien News
Nachrichten aus Kultur und Medien

GEMA Lost in Space

23.01.2013

BR-Space Night wird fortgesetzt

Gestern gab der Bayerische Rundfunk überraschend bekannt, dass das populäre Format "Space Night" nun doch fortgesetzt wird. Ursprünglich sollte die aus musikunterlegten Weltraumvideos bestehende Sendung wegen einer Erhöhung der GEMA-Tarife ad hoc eingestellt werden. Nach BR-Darstellung sei jährlich von einem niedrigen siebenstelligen Betrag nur für die Musikrechte auszugehen. Dies hatte nicht nur Entrüstung unter den Fans ausgelöst, sondern auch die sich aufdrängende Frage provoziert, warum man statt der GEMA-Werke nicht einfach auf freie Musikwerke bzw. Creative Commons-Musik zurückgreift.

Dies forderte insbesondere Christian Grasse, der an den BR einen offenen Brief schrieb. Auch eine Facebook-Gruppe für GEMA-freie Musik formierte sich, sowie ein Wiki GEMA-freie Musik für die SpaceNight. Aus wirtschaftlicher Sicht hat das Aufeinandertreffen von derartiger Musik und etwa US-Weltraumbildern den Charme, dass beides den BR im Idealfall nichts kostet, denn die NASA stellt ihr Bildmaterial lizenzkostenfrei der Allgemeinheit zur Verfügung.

Wie die ARD-Pressestelle via Twitter mitteilte, plant der BR, die Sendung nun doch fortzusetzen. Laut dem grünen Netzaktivisten Tobias Schwarz ("Isarmatrose") soll dies in bekannter Güte, aber zu erheblich niedrigeren Kosten für Musikrechte erfolgen. Möglich werde das durch die Verwendung von Werken, an denen der BR eigene Musikrechte und Kompositionsmöglichkeiten besitze.

Inwieweit die bisherige Space Night durch die GEMA-Tarifreform tatsächlich teurer wurde, ist unklar. Offenbar begehrte die GEMA vom bisherigen im Markt akquirierten Gesamtumsatz einschließlich Einnahmen für die Produktion von Programminhalten, ohne Gesellschafterzufluss und ohne öffentlich-rechtliche Zahlungen (Teilnehmerentgelte, Technikförderung, Zahlung von anderen TV-Anbietern auf Grund von Satzungen wie etwa der BLM-TV-Satzung) 5,63%, die nun auf 6% erhöht wurden.

Wie auch immer, so dürfte Opfer der GEMA-Gier vor allem der Frankfurter DJ Alex Azary sein, der für das Label Elektrolux steht und bislang an der Space Night üppig verdiente. Nunmehr wird die Space Night wohl eine Nische für die CC-Künstler werden.

UPDATE: Zwar ist die Fortsetzung der Space Night beschlossen, die Verwendung von auch CC-Musik wird nach aktuellem Sachstand offenbar erst noch geprüft.

WEITERES UPDATE: Der Bayerische Rundfunk wird die bisherige Space Night am 20.02.2013 fortsetzen und bittet für Herbst 2013 um Vorschläge.

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