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Griechenland nun doch Schulden-Europameister

15.11.2010

Das Haushaltsdefizit war 2009 noch deutlich höher als ohnehin angenommen

Man verliert langsam angesichts der vielen Nachmeldungen langsam den Überblick, die Griechenland zum Haushaltsdefizit 2009 abgeliefert hat. Dass es bei den bisher gemeldeten 13,6% nicht bleiben würde, war allseits erwartet worden. Doch da die europäische Statistikbehörde "Eurostat" in Luxemburg nun sogar ein Defizit von 15,4% errechnet hat, macht Griechenland zum Defizitmeister 2009 in Europa.

Es fiel noch höher als das Irlands (-14,4) aus. Bei der Gesamtverschuldung im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt hat Griechenland (126,8%) damit auch Italien (116%) vom 1. Platz verdrängt. Den Sparkurs will die sozialistische Regierung deshalb noch weiter verschärfen, da auch 2010 noch 9,4% erwartet werden.

Dass Griechenland nun Italien als Schuldenmeister abgelöst hat, liegt auch daran, dass das Land wegen des harten Sparkurses wieder tief in der Rezession versinkt, während Italien leichte Wachstumsraten verzeichnet. Gemäß Eurostat schrumpfte die Wirtschaftsleistung Griechenlands im 3. Quartal erneut um 1,1% nach 1,7% im Vorquartal. Italien verzeichnete dagegen ein Wachstum von 0,2%. Doch auch dieses Land befindet sich auf dem Weg zum Double Dip. Im Vorquartal betrug das Wirtschaftswachstum noch 0,5%. Der harte Sparkurs lässt auch Rumäniens Wirtschaftsleistung erwartungsgemäß schrumpfen (-0,7), nachdem es im Vorquartal erstmals wieder ein leichtes Wachstum (0,3%) erzielt hatte.

Zum Krisenstaat Irland liegen noch keine Zahlen vor, doch kann man davon ausgehen, dass der harte Sparkurs das Land ebenfalls ins Minus zurückdrückt. Das Krisenland, dessen Rettung ganz offenbar Brüssel vorbereitet, wird im laufenden Jahr sogar ein Haushaltsdefizit von 32% ausweisen. Die explodierenden Refinanzierungskosten ziehen auch Portugal an den Abgrund. Dass das eigentlich nicht gerechtfertigt ist, zeigt auch, dass Portugal mit seinem zunächst ausgewogenem Sparkurs sein Wachstum im 3. Quartal auf 0,4% steigern konnte, gegenüber 0,2% im Vorquartal. Da auch Lissabon auf den harten und unausgewogenen Sparkurs einschwenkt, dürfte sich das im folgenden Quartal nun aber ändern. Beim Nachbar in Spanien stagniert die Wirtschaftsleistung nach einem kurzen Intermezzo von zwei Quartalen mit Minimalwachstumsraten von 0,1% und 0,2% schon wieder und wird nun ins Minus drehen.

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