p
Politik News
Nachrichten aus Politik und Wirtschaft

Großbritannien: Reiche zahlen durchschnittlich nur 10 Prozent Einkommenssteuer

10.04.2012

Der konservative britische Finanzminister gibt sich schockiert und will nun eine Mindeststeuer von einem Drittel des Einkommens einführen

Während der liberaldemokratische Regierungspartner schon länger auf eine Tycoon-Tax, also eine Mindeststeuer für Reiche dringt, weil diese es im Gegensatz zu den normalen Angestellten schaffen, wenig oder gar keine Steuern zu zahlen ( Statt einer Reichensteuer eine Mindeststeuer für Reiche), will der britische Finanzminister Osborne von der Konservativen Partei auf das Thema nun erst durch einen Bericht der Steuerbehörde HM Revenue and customs darauf gestoßen sein, dass Reiche ihre Einkommenssteuer durchschnittlich durch Ausnutzung aller Möglichkeiten auf 10 Prozent minimieren können. Das entspricht der Hälfte dessen, was der durchschnittliche Brite an Steuern zahlt.

Großbritannien muss sparen, was meist bei den normalen Bürgern geschieht. Zudem wollen die Konservativen den Spitzensteuersatz von 50 auf 45 Prozent senken, was angeblich dazu führen soll, dass mehr Steuern von den Reichen gezahlt wird. Das Problem ist jedoch wie in anderen Ländern auch, dass die Reichen zu viele Schlupflöcher ausnutzen können und die Finanzämter auch aus Personalmangel es dulden, dass viele Reiche wenig oder gar nichts an Steuern abführen. Das geht in Großbritannien aus anonymisierten Steuererklärungen hervor.

Selbst ein Konservativer kann ein solches Verhalten nicht rechtfertigen und kommt unter Druck, hier irgendwie für Steuergerechtigkeit zu sorgen. Osborne erklärte daher dem britischen Telegraph, dass er nun überzeugt sei von der Einführung einer "Tycoon tax". Reiche sollten mindestens ein Drittel ihrer Einkommen an Steuern zahlen müssen. Osborne gab sich "schockiert", dass selbst Menschen, die viele Millionen Pfund jährlich verdienen, keine oder fast keine Steuern entrichten. Einige der reichsten Menschen hätten es geschafft, "praktisch keine Einkommenssteuer" zu zahlen, was ganz legal, aber nicht richtig sei. Meist würden Verluste in einer der Firmen mit der Einkommenssteuer aufgerechnet.

Ab nächstem Jahr werden Steuerentlastungen auf maximal 25 Prozent des Einkommens oder 50.000 Pfund beschränkt. Das von Osborne anvisierte Drittel ist das allerdings noch nicht. Und die Frage ist, warum auch hierzulande gerne mal eine höhere Reichensteuer ins Spiel gebracht wird, die wenig bringen wird, während ein Mindeststeuersatz deutlich mehr Geld in die Staatskassen spülen und der Ausbeutung der Steuertricks eine Grenze setzen würde.

Anzeige
Cover

Die Moral in der Maschine

Beiträge zu Roboter- und Maschinenethik

Anzeige
Hellwach mit Telepolis
Anzeige
Cafe
Telepolis-Cafe

Angebot des Monats:
Kaffee und Espresso aus Nicaragua in der Telepolis-Edition für unsere Leser

Cover

Aufbruch ins Ungewisse

Auf der Suche nach Alternativen zur kapitalistischen Dauerkrise

Demokratie am Ende?

Wolfgang J. Koschnick analysiert den Niedergang der entwickelten parlamentarischen Parteiendemokratien. Das verbreitete Klagen über "die Politiker" und die allgemeine "Politikverdrossenheit" verstellt den Blick dafür, dass alle entwickelten Demokratien in einer fundamentalen Strukturkrise stecken.

bilder

seen.by

Mit dem Schalter am linken Rand des Suchfelds lässt sich zwischen der klassischen Suche mit der Heise-Suchmaschine und einer voreingestellten Suche bei Google wählen.

Tastenkürzel:

ctrl-Taste:
Zum Wechseln zwischen Heise- und Google-Suche

esc-Taste:
Verlassen und Zurücksetzen des Eingabe-Felds

Buchstaben-Taste F
Direkt zur Suche springen

SUCHEN

Mit dem Schalter am linken Rand des Suchfelds lässt sich zwischen der klassischen Suche mit der Heise-Suchmaschine und einer voreingestellten Suche bei Google wählen.

SUCHEN

.
.