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Nachrichten aus Kultur und Medien

Großbritannien: Telefonstreich mit tragischer Folge

08.12.2012

Aufmerksamkeitsindustrie, das Interesse an Königshäusern und der öffentliche Ruf: Von Radiomoderatoren überlistete Krankenschwester begeht Selbstmord

Die Geschichte vom lustigen Anruf der australischen Radiomoderatoren im Krankenhaus, wo Prinzessin Kate wegen Schwangerschaftsübelkeit stationiert war, nahm ein tragisches Ende. Die Krankenschwester, die sich von den Radiomoderatoren täuschen hatte lassen und im Glauben war, sie spreche mit der Queen und Prince Charles, brachte sich gestern, Tage, nachdem der Hoax als Spaß und "the best international scoop" um die Welt ging, um. Die Mutter von zwei Kindern im Teenager-Alter wurde gestern Abend im Schwesternwohnheim in der Nähe des King Edward VII Hospital tot aufgefunden. Fremdeinwirkung wird von Scotland Yard mit allergrößter Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen.

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Die Frau, die seit vier Jahren in dem Krankenhaus arbeitete, hatte am Dienstag Morgen um 5 Uhr 30 einen Anruf entgegengenommen, bei dem sich zwei Moderatoren des Senders 2Day FM als Queen und Prince of Wales ausgaben. Sie leitete den Anruf an die Stationsschwester weiter, welche die beiden Anrufer mit Informationen ("Kate geht es besser") versorgte, die für den Boulevard und die Yellowpress einen ungeheuerlichen Wert haben.

Der zunächst in der großen Öffentlichkeit, die an den Royals als überlebensgroße gegenwartshistorische Serienstars hängt, überwiegend als witzig aufgefasste Streich entpuppt sich jetzt für die australischen Radiojournalisten als Boomerang, der ihre berufliche Existenz bedrohen kann. Sie stehen nun mitten in einem Shitstorm. Meine Schwiegermutter kann sich aber nicht vorstellen, dass der Irrtum der Krankenschwester Grund für einen Selbstmord sein kann. Im Statement des St James's Palace bekunden der Duke und die Duchess ihre Anteilnahme an dem tragischen Tod ("deeply saddened").

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