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Nachrichten aus Kultur und Medien

Grusliges Ensemble

25.01.2013

Biometrie: Iris, Fingerabdrücke und Gesicht sind längst nicht mehr die einizigen Datenlieferanten. Die Entfernungen der Scanner werden größer

Wie nah muss man kommen, um einen Menschen zu identifizieren? Neueste Entwicklungen in der Biometrie versuchen, die Distanzen zwischen Meß-oder Aufnahmegerät und dem Zielobjekt zu vergrößeren und haben darin mittlerweile einige Fortschritte erzielt. Seit 9/11, seit unter US-Präsident George W. Bush viel Geld in die Entwicklung biometrischer Identifierungsprogramme investiert wurde, mag sich aufgrund mancher Enttäuschung in die Zuverlässigkeit der technischen Möglichkeiten biometrischer Identifizierung der Markt dafür abgekühlt haben. Nicht aber die Forschung.

Das Pentagon alleine habe in fünf Jahren etwa 3 Milliarden US-Dollar in die biometrische Forschung gesteckt, dabei sei das Verteidigungsministerium längst nicht die einzige Behörde, die in diesem Feld tätig ist. Der Forschungsaufwand hat einige bemerkenswerte Entwicklungen zustande gebracht, wie das Magazin Wired mit einer Art Zwischenstand der Forschung dokumentiert. Gemeinsamer Nenner der dort geschilderten neuen Erkennungstechniken ist, dass die Entfernung der Identifizierungsgeräte von ihrem Objekt größer werden kann und dass sich verschiedene Techniken ergänzen können.

Selbst das Erkennen der Fingerrillen könne nun von Long-Range Fingerprint Scannern ausgeführt werden, die einige Meter von der Person entfernt sind, wird in Aussicht gestellt. Ebenso wie das Hören und Mustererkennen von Herzschlägen samt typischer Brustbewegung durch Mauern hindurch. Auch Kameras, die selbststeuernd auf die Iris einer Person zoomen und sie scannen, seien deutlich verbessert worden. Dazu kommt, dass mittlerweile weniger Daten nötig sind, um ein 3-D-Bild des Gesichts anzufertigen.

Erscheinen einige Wahrnehmungsfelder noch als zu kompliziert, etwa die Geruchs- und spezifische Schweißerkennung auf einige Entfernung, so bietet das Ensemble der Techniken, von denen manche, etwa das Ohrenscannen, hohe Identifizierungs-Trefferquoten zugestanden werden, ein eher grusliges Bild von kommenden Möglichkeiten. Vor allem wenn wie im Fall der Erkennung der Gangart von Personen, das Smartphone ganz den Zwecken der Überwacher entgegenkommt:

"By using the accelerometer sensor in the cell phone, we are able to capture a person's walking pattern. As it turns out, these patterns are very good biometric traits for people identification. Because it does not require any special devices, the gait biometrics of a subject can even be captured without him or her knowing."

Ob die nach wie vor gegebene Fehleranfälligkeit auch der neuen biometrischen Techniken ein Grund zur Beruhigung ist?

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